Do., 14.03.2024 , 13:30 Uhr

Auch Galeria betroffen?

Staatsanwaltschaft bestätigt Geldwäsche-Ermittlungen bei Signa-Gruppe

In Zeiten billiger Kredite baute der österreichische Unternehmer René Benko ein Immobilien- und Firmenimperium auf. Nun prüfen Staatsanwälte den Verdacht, dass es in der Firmengruppe kriminell zuging.

14.03. 11:55 Uhr: Benkos Anwalt weist Vorwürfe gegen insolventen Unternehmer zurück

Die Anwälte des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko weisen Geldwäsche-Anschuldigungen gegen den Chef der insolventen Signa-Gruppe zurück. «Die in der bisherigen Berichterstattung gehandelten Thesen und behaupteten Vorwürfe sind haltlos», erklärte der Münchner Rechtsanwalt Florian Ufer. «Sie werden zurückgewiesen.»

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte am Vortag bestätigt, dass es wegen Geldwäsche-Verdachts Ermittlungen im Zusammenhang mit der Signa-Gruppe gibt, jedoch ohne Namen eines oder mehrerer Beschuldigter zu nennen. Anlass sind Strafanzeigen. Sehr weit gediehen sind diese Ermittlungen nicht.

Aus der Mitteilung ging hervor, dass auch andere Staatsanwaltschaften in Deutschland mit dem Fall befasst sind. Derzeit werden nach Angaben der Münchner Ermittler örtliche Zuständigkeiten geklärt. «Die Mitteilung der Staatsanwaltschaft kann von uns nicht kommentiert werden», erklärte dazu Benkos Anwalt Ufer. «Offensichtlich prüft die Behörde richtigerweise selbst noch, ob die vorliegenden Geldwäscheverdachtsanzeigen überhaupt Anlass geben zu weiteren Ermittlungen.»

Die zentralen Gesellschaften der Signa-Gruppe hatten Ende Dezember Insolvenz angemeldet, mittlerweile hat der noch vor einem Jahr als Milliardär geltende Unternehmer auch selbst in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck Insolvenz beantragt.

 

Erstmeldung 13.03. 17:23 Uhr

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Geldwäsche-Verdachts bei der insolventen Signa-Gruppe des österreichischen Unternehmers René Benko bestätigt. Das sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Mittwoch auf Anfrage, ohne Namen eines oder mehrerer Beschuldigter zu nennen. Sie verwies allerdings darauf, dass es in Deutschland kein Unternehmensstrafrecht gibt – also nicht gegen Firmen ermittelt werden kann, sondern immer nur gegen individuelle Menschen.

«Dabei wird selbstverständlich der Sachverhalt umfassend in rechtlicher Hinsicht, also auch im Hinblick auf mögliche sonstige Straftaten geprüft», hieß es in der Mitteilung der Ermittler. Über das Verfahren hatte am Wochenende zuerst die «Bild am Sonntag» berichtet.

Benko galt bis vor einigen Monaten als Multimilliardär, das US-Magazin «Forbes» hatte das Vermögen des 46-Jährigen Anfang 2023 mit 6 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro) taxiert. Seit Ende Dezember haben jedoch eine ganze Reihe von Gesellschaften aus Benkos Signa-Gruppe Insolvenz angemeldet. Zu Benkos verschachteltem Firmenimperium gehören unter anderem das Elbtower-Projekt in Hamburg, das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin sowie die ebenfalls insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof.

Insolvenz angemeldet hat in der Tiroler Landeshaupstadt Innsbruck mittlerweile auch Benko persönlich. Dabei geht es unter anderem um einen noch nicht vollständig bezahlten Zuschuss, den Benko für die insolvente Holding der Signa-Gruppe angekündigt hatte.

Sehr weit gediehen sind die Münchner Ermittlungen noch nicht. Aus der Mitteilung ging jedoch hervor, dass auch andere Staatsanwaltschaften in Deutschland mit dem Fall befasst sind. Derzeit wird offenbar geklärt, wo die Federführung liegen soll. «Die genauen örtlichen Zuständigkeiten und damit die Pressehoheit innerhalb Deutschlands bedürfen noch der Klärung, weshalb wir derzeit mit Auskünften zurückhaltend sein müssen», erklärte die Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft.

Die Signa-Gruppe hatte in der Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre stark expandiert. Mit dem gleichzeitigen Anstieg von Kreditzinsen und Baukosten konnte die Gruppe jedoch ihre Schulden nicht mehr bedienen. Benko selbst hat sich in den vergangenen Monaten nicht öffentlich über den Niedergang seines Imperiums geäußert.

 

dpa 

Das könnte Dich auch interessieren

05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage 02.01.2026 Neue Stromleitungen: Bayernwerk startet massiven Netzausbau Das Bayernwerk mit Sitz in Regensburg will in den kommenden Jahren zehntausende Kilometer neuer Stromleitungen errichten. Hintergrund ist der grundlegende Umbau der Stromversorgung in Bayern und Deutschland hin zu erneuerbaren Energien. „Wir bauen bis 2030 ungefähr 40.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsleitungen, das entspricht einmal rund um den Äquator“, sagte Vorstandschef Egon Westphal der Deutschen Presse-Agentur. 21.09.2026 Tschechien entlastet Autofahrer an der Tankstelle Aufgrund der hohen Energiepreise hat die tschechische Regierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um Autofahrer an der Tankstelle zu entlasten. Vom 1. Oktober an werde wieder ein Preisdeckel für Benzin und Diesel eingeführt, teilte Finanzministerin Alena Schillerova mit. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. Zugleich werde die Verbrauchsteuer auf Diesel auf 8,011 Kronen (33 Eurocent) je Liter 18.09.2026 Donau-Einkaufszentrum erneut unter Top 10 der deutschen Shoppingcenter Das Donau-Einkaufszentrum (DEZ) zählt erneut zu den zehn besten Shoppingcentern Deutschlands. Im aktuellen Shoppingcenter Performance Report (SCPR) 2026 belegt das DEZ mit der hervorragenden Durchschnittsnote von 2,00 den 9. Platz unter rund 400 bewerteten Einkaufszentren. Damit verteidigt das Regensburger Einkaufszentrum seine Spitzenpositionierung aus den Vorjahren und gehört bereits zum wiederholten Male zu den Top 10