Sa., 12.09.2015 , 13:15 Uhr

Sozialministerin Müller: „17.000 anerkannte Asylbewerber suchen Wohnung“

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller hat gestern in München auch private Vermieter zur Entlastung bei der Unterbringung von Asylbewerber aufgerufen: „Täglich kommen über 6.000 Asylbewerber alleine in München an. Das bringt ganz Bayern an seine Belastungsgrenze, denn wir verteilen die Menschen auf alle Regierungsbezirke. Dabei brauchen wir jeden Platz, um die Schutzsuchenden bei uns menschlich unterzubringen. Über 17.000 anerkannte Asylbewerber in Bayern könnten sofort aus unseren Unterkünften ausziehen. Sie finden jedoch keinen Wohnraum. Viele Vermieter wissen gar nicht, dass anerkannte Asylbewerber nicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen müssen. Jeder Vermieter, der an einen auszugsberechtigten Asylbewerber vermietet, trägt zur Entlastung unserer Unterbringungskapazitäten bei.“

Anerkannte Asylbewerber bzw. Flüchtlinge sind wohngeld- und sozialleistungsberechtigt. In Bayern besteht ferner schon seit Jahren für Asylbewerber, die ihren Lebensunterhalt aus eigenem Erwerbseinkommen oder Vermögen bestreiten oder wenn medizinische oder familiäre Gründe vorliegen, die Möglichkeit in eine Privatwohnung zu ziehen (vgl. Art. 4 Aufnahmegesetz). Zudem dürfen Familien und Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern sofort nach dem Abschluss des behördlichen Erstverfahrens ausziehen, sofern sie rechtstreu sind und die Abschiebung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen unmöglich ist. Alle übrigen Personen dürfen vier Jahre nach Abschluss des behördlichen Erstverfahrens ausziehen. Das gilt nicht für Straftäter, für Personen, die nicht hinreichend an der Klärung der Identität mitgewirkt oder über ihre Identität getäuscht haben und nicht für Personen, die schwerwiegend gegen ihre ausländerrechtlichen Mitwirkungspflichten verstoßen haben. In diesen Fällen findet eine Einzelfallprüfung statt.

MK/ pm

Das könnte Dich auch interessieren

22.05.2026 Bayern: Krankenhausverbände warnen vor Schließungen durch Spargesetz Bayerische Krankenhausverbände schlagen Alarm. Die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen bei den gesetzlichen Krankenkassen könnten nach Ansicht der Kliniken weitreichende Folgen haben – von Tarifkonflikten bis hin zu weiteren Schließungen von Krankenhausstandorten und Abteilungen. Massive Sorgen bei Bayerns Krankenhäusern Zehn Spitzenverbände der Kliniken haben in München vor den möglichen Folgen der geplanten Maßnahmen gewarnt. Besonders 18.05.2026 Bayern: Gemeindetag kritisiert Freie-Wähler-Vorstoß zu Erschließungskosten Die Partei will die Möglichkeit der Kommunen einschränken, Kosten für den Bau von Straßen anteilig auf Anwohner umzulegen – und erntet dafür scharfe Kritik. Heftiger Widerstand aus den Kommunen Wenn Städte, Märkte und Gemeinden Straßen neu erschließen, dürfen sie die Kosten bislang auf die Anlieger verteilen. Genau hier setzen die Freien Wähler an: Sie wollen, 18.05.2026 Bayern: Über 1,3 Milliarden Euro für kommunale Hochbauprojekte im Jahr 2026 Der Freistaat Bayern stellt im Jahr 2026 über 1,3 Milliarden Euro für kommunale Hochbaumaßnahmen bereit. Von der Förderung profitieren mehr als 1.700 Projekte in ganz Bayern – insbesondere an öffentlichen Schulen und Kindertageseinrichtungen. Wie Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Bekanntgabe der staatlichen Zuweisungen erklärte, liegt der Schwerpunkt klar auf Bildung und Betreuung. „2026 29.04.2026 Ostbayern: Rund eine Million Euro aus dem Kulturfonds Bayern für 29 Projekte Mit rund fünf Millionen Euro fördert der Freistaat Bayern im Jahr 2026 insgesamt 133 Kunst- und Kulturprojekte im ganzen Land. 29 Projekte in Ostbayern erhalten dabei zusammen rund eine Million Euro aus dem Kulturfonds Bayern. Kunstminister Markus Blume gab die Förderentscheidungen jetzt in München bekannt. Er betonte: „Kulturfonds Bayern – seit 1996 die Adresse für