Di., 05.12.2023 , 17:31 Uhr

Söder kündigt Gender-Verbot für Bayerns Schulen und Behörden an

An Bayerns Schulen und in Behörden soll zukünftig das Gendern verboten werden.

«Für Bayern kann ich sagen: mit uns wird es kein verpflichtendes Gendern geben. Im Gegenteil: Wir werden das Gendern in Schule und Verwaltung sogar untersagen», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in seiner ersten Regierungserklärung in der neuen Legislaturperiode im Landtag.

Söder warf der Ampelregierung im Bund zugleich vor, mit Vorhaben wie der Cannabis-Legalisierung, dem Gendern und dem Selbstbestimmungsrecht zu überziehen. «Haben wir keine anderen Probleme in Deutschland?», fragte er.

 

In anderen Ländern bereits Praxis

Binnen-I, Unterstrich, Gendersternchen und Co. sind ein bundesweit immer wieder kontrovers diskutiertes Thema – in einigen Bundesländern gelten bereits wie von Söder in Bayern angepeilte Verbote oder es gibt Bestrebungen danach.

So werden beispielsweise an Schulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt Sonderzeichen für eine geschlechtsneutrale Sprache abgelehnt. In Sachsen werden Paarformen wie Schülerinnen und Schüler und geschlechtsneutrale Formen wie Lehrkräfte oder Jugendliche empfohlen. Genderformen werden etwa in Aufsätzen als Fehler markiert. Sachsen-Anhalts Bildungsministerium untersagt an seinen Schulen zwar die Nutzung sogenannter Gender-Sternchen und ähnlicher Konstruktionen, lässt den Lehrkräften bei der Bewertung von Schülertexten aber Spielraum.

In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es keine Gender-Verbote. Das Bildungsministerium in Düsseldorf verweist aber auf die Vorgaben aus dem Landesgleichstellungsgesetz, wonach grundsätzlich eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden ist. So soll geschlechtsneutral oder in Paarformen, also weiblich und männlich, formuliert werden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält nichts vom Gendern im Klassenzimmer, auch wenn die dortigen Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien für Abschlussprüfungen laut Kultusministerium keine Aussagen zum Thema enthalten.

Der Deutsche Lehrerverband lehnt das Gendern durch Lehrerinnen und Lehrer unterdessen ab. Lehrkräfte sollten sich im Unterricht «an das amtliche Regelwerk halten und nicht vorgesehene Schreibungen unterlassen», sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, im April der Deutschen Presse-Agentur. Bei Schülern sollten sie allerdings «tolerant und zurückhaltend» sein, wenn diese in Aufsätzen und Klausuren «nichtamtliche Genderschreibweisen» verwendeten.

 

 

dpa / MB

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