Do., 23.07.2026 , 12:43 Uhr

Willkommen daheim

So gelingt der Neuanfang im Caritas Pflegeheim in Regenstauf

Das Caritas-Pflegeheim in Regenstauf hat Bewohner und Mitarbeitende des geschlossenen Pflegeheims Elia aufgenommen. So war der Neuanfang für Pfleger und Bewohner.

„Es ist ganz schlimm hier“, sagt Huberta, 104 Jahre alt. Sie sitzt in ihrem Rollstuhl auf der Terrasse des Caritas Pflegeheims Hermann-Grötsch-Haus. Während sie das sagt (und das Gegenteil meint), zwinkert sie Pflegefachhelfer Jens Lubig zu. Die beiden trennen 65 Lebensjahre und haben gerade gemeinsam einen Neuanfang gemeistert.

Mitte Juni schloss in Regenstauf wegen Personalmangels das Pflegeheim Elia. Die Bewohner und Mitarbeitenden wechselten allesamt zu Einrichtungen der Caritas. Die meisten von ihnen, nämlich 19 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 21 Mitarbeitende, zogen nur zweieinhalb Kilometer weiter – ins Caritas Pflegeheim Hermann-Grötsch-Haus.

Huberta und Jens kennen sich seit 25 Jahren. Als die Seniorin damals ins betreute Wohnen einzog, begann Jens Lubig seine Arbeit als Pflegefachhelfer. Aus den Jahren entstand Vertrauen – und genau das konnte mit umziehen.

„Für viele Bewohner ist es wichtig, bekannte Gesichter wiederzusehen", sagt Lubig. „Wir konnten ihnen ein Stück Vertrautheit mitgeben. Das hat den Wechsel leichter gemacht."

Leichter gemacht hat den Umzug vor allem auch eine sorgfältige Vorbereitung. Zimmer mussten eingeteilt, Bewohner aufgenommen, Dienstpläne geschrieben und neue Kolleginnen und Kollegen eingearbeitet werden. Jede und jeder erhielt eine feste Ansprechperson. Hinter all dem stand Pflegedienstleiterin Doris Hippeli, die den gesamten Übergang koordinierte.

„Ein Umzug in ein anderes Pflegeheim ist für ältere Menschen eine große Veränderung", sagt Hippeli. „Deshalb wollten wir, dass vom ersten Tag an das Ankommen gelingt. Alle haben mit angepackt. Genau das macht unsere Willkommenskultur aus."

Für die Pflegedienstleiterin ist es nicht der erste außergewöhnliche Umzug. Bereits 2020 zog sie mit dem damaligen Team und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hermann-Grötsch-Hauses während des Neubaus vorübergehend in jenes Gebäude, das nun schließen musste. Im Mai 2024 kehrten alle gemeinsam in das neue Hermann-Grötsch-Haus zurück. „Wir sind krisenerprobt", sagt sie.

„Eine Zeit lang haben wir nichts anderes gemacht als Herausforderungen zu meistern."

Heute zeigt sich, dass Erfahrung und Zusammenhalt den Unterschied machen. Die neuen Kolleginnen und Kollegen seien offen aufgenommen worden, die Bewohner hätten sich schnell eingelebt. „Alle unterstützen uns, sind hilfsbereit und begegnen uns auf Augenhöhe", beschreibt Jens Lubig die ersten Wochen im neuen Team.

Und Huberta? Die 104-Jährige blickt über die Terrasse, lächelt wieder und löst schließlich ihr eigenes Rätsel auf. „Ganz schlimm?“, sagt sie. „Nein. Es ist richtig schön hier!“ Denn manchmal braucht ein Neuanfang nur zwei Dinge: vertraute Menschen – und das Gefühl, willkommen zu sein.

 

Caritas Regensburg 

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