Mo., 10.12.2018 , 10:18 Uhr

Sea-Eye: Sea-Eye 2 "Professor Albrecht Penck" erreicht Spanien

Sea-Eye hat das deutsche Forschungsschiff Sea-Eye 2 mit dem Namen "Professor Albrecht Penck" am 1. Dezember ins Mittelmeer entsandt. Am Sonntagabend erreichte das Schiff nun die spanische Stadt La Coruña. "Professor Albrecht Penck" ist das erste Schiff einer zivilen Rettungsorganisation unter deutscher Flagge. Ein schweres Wetter und raue See liegen hinter der achtköpfigen Crew (siehe Youtube-Video unten). Die erste Beobachtungsmission soll am 16. Dezember ab Spanien starten und 3 Wochen dauern. Dafür werden noch dringend Nautiker und Schiffsmechaniker mit Wachbefähigung gesucht. 

Der Einsatz des ersten deutschen Schiffes, in den Händen einer zivilen Rettungsorganisation, rückt näher. Am Sonntagabend erreicht die "Professor Albrecht Penck" den Hafen von La Coruña. Im Hafen der spanischen Stadt gab es einen kleinen Austausch der Besatzung durch das Festrumpfschlauchboot (RHIB). Zwei Maschinenhelfer tauschten ihre Plätze.

Die Fahrt durch die Biscaya gilt zu dieser Jahreszeit ohnehin als sehr anspruchsvoll. Dem 69 Jahre alten, Löbauer Kapitän Dr. Christian Haas gelang dabei ein nautisches Meisterstück. Tagelang beobachtete er die verschiedenen Wind- und Wettervorhersagen, um ein möglichst gutes Fenster für eine sichere Passage zu finden. Tatsächlich fuhr er dem schlimmsten Sturm davon. Bis zu 4 Meter hohe Wellen blieben der Besatzung und dem Schiff dennoch nicht erspart. 

Am Sonntagabend setzt die "Professor" ihren Kurs nach Algeciras fort. Von dort aus soll der erste Einsatz eines deutschen NGO-Schiffes starten. Kapitän Dr. Christian Haas wird dort an den Hamburger Kapitän Klaus Merkle übergeben. Ausserdem treffen erfahrene, ehrenamtliche Rettungskräfte und Menschenrechtsbeobachter aus Deutschland ein. In Algeciras führt der Regensburger Chris Orlamünder und der Kemptener Jan Ribbeck das Crewtraining und das Briefing durch. Ab dem 16. Dezember soll "Sea-Eye 2" dann einsatzbereit sein.

"Im Einsatzgebiet werden wir weiter die Unterstützung der italienischen und maltesischen Behörden einfordern. Ausserdem werden wir uns eng mit Sea-Watch abstimmen, und das MRCC Bremen andauernd informieren. Niemand soll an Weihnachten im Einsatzgebiet ertrinken müssen, wenn die zivilen Seenotretter gemeinsam zurückkehren" - Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Schwierig gestaltet sich die Suche nach Nautikern. Die Kampagne gegen die NGO's zeigt Wirkung. So sagt ein Kapitän, dass er Restriktionen durch den italienischen Staat befürchtet, falls er Menschen dorthin bringen muss, weil das Völkerrecht es so verlangt.

"Als Organisation stellen wir uns hinter unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Wir handeln in Einklang mit dem Gesetz. Es gibt keine Verfahren oder Anklagen gegen Sea-Eye! Es gibt nur Diffamierungen von politischen Brandstiftern. Kriminelle Handlungen wirft uns ausgerechnet ein italienischer Innenminister vor, gegen den die eigene Justiz wegen Machtmissbrauch ermittelt. Von Matteo Salvini brauchen wir keine juristische Nachhilfe."  Gorden Isler, Sprecher Sea-Eye e.V.

Der Verein Sea-Eye e.V. wurde 2015 in Regensburg gegründet. Mit den umgerüsteten Fischkuttern "Sea-Eye" und "Seefuchs" beteiligten sich mehr als 800 ehrenamtliche Rettungskräfte, in über 60 Missionen, unter niederländischer Flagge an der Rettung von 14.378 Menschen. Im Sommer 2018 entschied die Vereinsführung zwei neue Schiffe unter deutscher Flagge in den Einsatz zu senden. Die Bavaria One und die "Professor Albrecht Penck"

Youtube-Video: Schwere See bei der Fahrt durch die Biscaya für die Sea-Eye 2:

 

 

 

Pressemitteilung Sea-Eye

Das könnte Dich auch interessieren

21.05.2026 Regensburg/Straubing: Bayernwerk investiert zwölf Millionen Euro in Hochspannungsleitung Die Bayernwerk Netz GmbH plant eine umfangreiche Modernisierung der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung zwischen Regensburg und Straubing. 19.05.2026 Regensburg: Unbekannte beschädigen T4-Gedenkstätte am Bezirksklinikum Am Wochenende vom 16. und 17. Mai 2026 ist es am Bezirksklinikum Regensburg zu Beschädigungen an der T4-Gedenkstätte der medbo gekommen. 18.05.2026 Regensburg: „Mehr Erfahrung geht nicht“ – Neuer Polizeipräsident für die Oberpfalz Zum 1. Juni 2026 bekommt das Polizeipräsidium Oberpfalz eine neue Führung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz in Regensburg den bisherigen Polizeipräsidenten Thomas Schöniger feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig führte er den bisherigen Vizepräsidenten Robert Fuchs als neuen Polizeipräsidenten ein. Neuer Polizeivizepräsident wird Erwin Frankl. Knapp 50 Jahre im 10.05.2026 Weiden/Regensburg: Warnstreiks bei der Telekom gewinnen in der Oberpfalz deutlich an Kraft Bereits am Mittwoch legten mehrere hundert Beschäftigte aus Technik- und Servicebereichen in Bayern ihre Arbeit nieder. Am Donnerstag wurde der Arbeitskampf in mehreren Bundesländern ausgeweitet, darunter auch in Bayern. Viele folgten dem Aufruf zu ganztägigen Warnstreiks. Auch am Samstag beteiligten sich zahlreiche Mitarbeitende und verliehen ihren Forderungen zusätzlichen Nachdruck. Streiklokale in Weiden und Regensburg gut