Do., 07.03.2024 , 19:17 Uhr

SEA-EYE 4 rettet 84 Menschenleben

Sea-Eye-Besatzung während Rettung mit libyschen Waffen bedroht

Die Besatzung der SEA-EYE 4 hat während des ersten Einsatzes des laufenden Jahres am Donnerstagvormittag 84 weitere Menschen aus Seenot gerettet. Die aggressiv agierende sogenannte libysche Küstenwache gefährdete die vorangeschrittene Rettung und zielte mit Waffen auf das Einsatzboot des Rettungsschiffs.

Offizielle Mitteilung

Gegen 10 Uhr morgens erhielt das Seenotrettungsschiff von Sea-Eye einen Notruf von Alarmphone, welches die zuständigen Behörden und die SEA-EYE 4 über den Hilferuf eines Schlauchboots informierte. Die SEA-EYE 4 Besatzung lokalisierte die Hilferufenden innerhalb einer Stunde.

Die Einsatzleitung bat die italienischen Behörden um die Koordinierung des Seenotfalls. Die italienischen Behörden bestanden jedoch auf die Zuständigkeit Libyens, obwohl laut ihren eigenen Angaben zu dem Zeitpunkt keine Kommunikation mit den libyschen Behörden möglich war. Sie forderten Einsatzleiterin Julie Schweickert dazu auf, es selbst weiter in Libyen zu versuchen. Dies blieb jedoch ohne Erfolg.

In der Zwischenzeit versorgten die Crewmitglieder des Rettungsbootes MOCHARA die schutzsuchenden Menschen auf dem Schlauchboot mit Rettungswesten. Zwei Menschen wurden von der Besatzung des Rettungsbootes aus dem Wasser gerettet. Insgesamt wurden 84 Menschen auf die SEA-EYE 4 evakuiert. Während der Evakuierung näherten sich zwei Schiffe der sogenannten libyschen Küstenwache mit hoher Geschwindigkeit.

Einsatzleiterin Julie Schweickert beschreibt ein „super aggressives” Verhalten der Libyer.

Während der Rettung zielten die Waffen eines libyschen Schiffes auf die Besatzung des Rettungsbootes.

„Es kann nicht sein, dass unsere Rettungskräfte während ihrer humanitären Arbeit in den Lauf einer Kanone sehen müssen. Das brutale und rücksichtslose Verhalten der sogenannten libyschen Küstenwache hat mit Seenotrettung nichts zu tun. Die Zusammenarbeit mit diesen gewaltbereiten und bewaffneten Milizen muss von den EU-Staaten eingestellt werden, noch bevor humanitäre Hilfskräfte zu Schaden kommen”,

fordert Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V.

Das gemeinsame medizinische Team von German Doctors e.V. und Sea-Eye e.V. begann sofort mit der medizinischen Behandlung und Betreuung der Geretteten.

„Unter den Geretteten befinden sich auch viele Frauen und Familien mit Kindern. Vier Kinder sind nicht einmal 2 Jahre alt. Ein Baby mussten wir kurzzeitig mit Sauerstoff versorgen. Wir sind froh, dass wir die Kinder schnell stabilisieren und so viele Menschen retten konnten”,

sagt Dr. Gerd Klausen, Bordarzt für German Doctors auf der SEA-EYE 4. Ammna Bhati, pädiatrische Pflegerin aus London (UK), fügte hinzu, „dass viele Menschen unterkühlt sind und behandelt werden müssen.” 

Am Nachmittag wiesen die italienischen Behörden der SEA-EYE 4 den rund 800 Seemeilen entfernten Hafen von Ancona zu. Das Schiff wird rund 4 Tage für die Anfahrt benötigen und die italienischen Behörden deshalb um einen näher gelegenen Hafen bitten.

 

 

Das könnte Dich auch interessieren

21.09.2026 Regensburg: Ostbayerischer Faschingszug kommt erst 2028 zurück Faschingsfans in Regensburg müssen sich beim großen Umzug noch gedulden: Der Ostbayerische Faschingszug findet auch 2027 nicht statt. Die Narragonia Regensburg nennt organisatorische Gründe und die kurze Faschingssession als Ursache. Dafür soll der Umzug 2028 zum 180-jährigen Jubiläum der Narragonia zurückkehren. Startschuss fällt am 11.11. Die Faschingssession 2026/27 beginnt für die Narragonia am 11. November 21.09.2026 Streetbunnys spenden 41.414,14 Euro an den VKKK Die Streetbunnycrew ist eine Gemeinschaft von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, die mit ihren auffälligen rosa Hasenkostümen bei Veranstaltungen und Ausfahrten auftritt und dabei Spenden für soziale Projekte sammelt. Ihr Markenzeichen sind die rosa Hasenkostüme– ihr Anliegen ist es, mit gemeinsamen Aktionen Aufmerksamkeit zu schaffen und gleichzeitig Gutes zu tun. Doch die Verbindung zwischen den Streetbunnys und 21.09.2026 Bahn-Sanierung zwischen Obertraubling und Passau im Plan Die Sanierung der Bahnstrecke von Obertraubling (Landkreis Regensburg) nach Passau verläuft nach Angaben der Deutschen Bahn planmäßig. Reisende könnten nun wieder mit dem Regionalexpress 3 täglich zwischen München und Plattling unterwegs sein – und zwar stündlich. Auch die RB 33 zwischen München und Landshut fahre wieder regulär. Zwischen Plattling und Passau wird der Zugverkehr allerdings 21.09.2026 Regensburg: Smartphones für Obdachlose und Bedürftige Ob Anträge ausfüllen, Unwetterwarnungen oder den Kontakt zur Familie halten – Handys sind aus dem Alltag kaum wegzudenken. Oft hinterlässt man ganz selbstverständlich seine Handynummer oder Emailadresse bei Ärzten, Ämtern und Co. Auch obdach- und wohnungslose Menschen müssen an dieser „digitalen Welt“ teilhaben. Deshalb ruft die Caritas Regensburg zur Handysammelaktion „Second Handy“ auf. Seit drei