Fr., 28.11.2025 , 17:13 Uhr

Schwäche am bayerischen Arbeitsmarkt hält an

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im November gesunken. Doch das ist kein Grund zum Jubeln.

Mehr als 300.000 Arbeitslose in einem November – das gab es in Bayern seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Oktober leicht zurückgegangen, doch das ist saisonal bedingt.

«Wir sehen in naher Zukunft noch keine Besserung am Arbeitsmarkt», teilte der Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Markus Schmitz, mit. Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im November im Vergleich zum Vormonat um 2.378 auf 305.331, die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 3,9 Prozent.

Der Vorjahresvergleich verdeutlicht aber die negative Entwicklung: Im November 2024 waren es noch 19.854 Menschen weniger ohne Job, die Arbeitslosenquote lag um 0,2 Prozentpunkte niedriger.

 

Zahlen sind Alarmsignal

Damit weise Bayern unter den deutschen Bundesländern allerdings immer noch die niedrigste Arbeitslosenquote auf, heißt es von der Regionaldirektion. Diese griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 12. November vorlag.

Die Zahlen seien ein Alarmsignal, teilte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit. «Sorge bereitet uns, dass die Zahl der Anzeigen zur Kurzarbeit und die Arbeitslosigkeit gering Qualifizierter seit Monaten deutlich steigt», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

 

In fast alle Branchen werden weniger Arbeitskräfte gesucht

Aktuelle hochgerechnete Daten zur Kurzarbeit liegen der Regionaldirektion für August vor. Demzufolge waren in dem Monat knapp 37.000 Beschäftigte in Kurzarbeit und damit fast 10.000 mehr als ein Jahr zuvor. Betroffen davon sind vor allem der Maschinenbau und die metallverarbeitende Industrie.

In fast allen Branchen geht laut der Regionaldirektion außerdem die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften zurück. Rund 109.000 offene Arbeitsstellen befinden sich derzeit im Bestand der Arbeitsagenturen und Jobcenter – mehr als ein Zehntel weniger als ein Jahr zuvor.

 

dpa

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