So., 07.03.2021 , 15:35 Uhr

Scheuer fordert: Ostbayern muss Sonderkorridor werden

Vor allem die grenznahen Landkreise kämpfen mit steigenden Inzidenzwerten. An weitere Öffnungen ist hier nicht zu denken. CSU-Bezirkschef von Niederbayern, Andreas Scheuer, fordert deshalb, dass Ostbayern wegen seiner Lage an der Grenze zu Tschechien zum Sonderkorridor werden soll. Zusätzliche Impflieferungen seien notwendig.

 

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef hat Kritik aus dem CSU-Bezirksvorstand Niederbayern an der andauernden Schließung weiter Teile des Einzelhandels und der Gastronomie zurückgewiesen. Deren Hygienekonzepte «funktionieren nur bei niedriger Inzidenz», sagte Söder am Samstag bei einer Bezirksvorstandssitzung. Es gelte die Entwicklung abzuwarten: «In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich, ob wir Oster-Urlaub oder Oster-Lockdown haben werden», sagte Söder.

Der Ministerpräsident versprach, zusätzlichen Impfstoff für Ostbayern zur Verfügung zu stellen. CSU-Bezirkschef Andreas Scheuer forderte: «Ostbayern muss wegen seiner Lage an der Grenze zu Tschechien zum Sonderkorridor werden.» Die von der Staatsregierung zugesagten 50 000 zusätzlichen Impfdosen für die Grenzregion zu Tschechien seien ein erster Schritt, aber weitere Zusatzlieferungen seien notwendig. «Zusätzlich brauchen wir eine Flexibilität bei der Frage, wen wir damit impfen dürfen», sagte der Bundesverkehrsminister. Söder sagte, er würde diese Entscheidung gerne den Landräten überlassen.

Der niederbayerische Landrätesprecher, Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber, sagte, nachdem die Bewohner der Altenheime geimpft seien, verlagerten sich die Infektionsherde auf den privaten Bereich und den Arbeitsplatz. «Nur wenn wir in diesen Bereichen das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen, dann wird es nicht auf die zweite und dritte Landkreisreihe und das übrige Bayern überschwappen.»

Wegen der Infektionen aus Tschechien gebe es in Ostbayern keine Lockerungen, «zum Nachteil der Schulen, des Handels, der Gastronomie und Hotellerie», sagte Gruber. Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich warnte vor den Langzeitfolgen der Schulschließungen. Landkreistagspräsident Christian Bernreiter verwies auf die gestiegenen Anforderungen an die Jugend- und Familien-Beratungseinrichtungen.

MeS/dpa

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