Am 28.08.2025 war es endlich so weit: Mit dem feierlichen Spatenstich begann offiziell die Revitalisierung des historischen Platzerstadls im Herzen der Rodinger Altstadt. Nach Jahrzehnten des Stillstands wird der ehemalige Stadl gegenüber dem Rathaus zu neuem Leben erweckt – als interkommunales Kultur- und Begegnungszentrum mit überregionaler Strahlkraft.
Seit dem Teilabbruch Anfang der 2000er Jahre im Zuge des Ausbaus der Königsperger Straße war der Platzerstadl eine städtebauliche Problemzone – ungenutzt, unvollständig und mit provisorischer Fassade. Zahlreiche Planungen scheiterten bisher an wirtschaftlichen und rechtlichen Hürden. Nun soll aus dem baulichen Missstand ein Symbol für Gemeinschaft, Kultur und Tradition entstehen.
Die Revitalisierung des Platzerstadls ist ein zentrales Leitprojekt aus dem Interkommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) der ARGE Regental – einer Kooperation der Städte Roding und Nittenau sowie der Gemeinden Reichenbach und Walderbach. Ziel ist es, mit vereinten Kräften regionale Identität zu stärken und neue Impulse für Kultur und Begegnung zu setzen.
Künftiger Hauptnutzer des revitalisierten Platzerstadls ist der Burschenverein Roding 1883 e.V., der bereits aktiv an der Sanierung beteiligt ist. Durch die tatkräftige Eigenleistung des Vereins wurde das Projekt überhaupt erst realisierbar. Der Stadl wird künftig nicht nur Vereinsheim, sondern auch Präsentationsraum für historische Kutschen und Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen sein.
Der neue Platzerstadl soll nicht nur dem Burschenverein dienen, sondern auch anderen Gruppen und Vereinen aus der ARGE Regental offenstehen – als interkommunaler Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Damit entsteht ein neuer Ort der Begegnung und des Austauschs in der Rodinger Altstadt.
Die Stadt Roding tritt als Bauherrin und Eigentümerin auf und koordiniert die gesamte Planung und Umsetzung des Projekts. Unterstützt wird sie vom Sanierungsträger DSK sowie durch Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“. Aufgrund des interkommunalen Ansatzes wurde eine erhöhte Förderquote von 80 % in Aussicht gestellt – ein bedeutender Schritt zur finanziellen Realisierung.
Für die architektonische Planung zeichnet der Rodinger Architekt Florian Brunner (quadrat45°) verantwortlich. Das Konzept vereint wirtschaftliche Machbarkeit mit hoher Gestaltungsqualität. Geplant sind u. a. eine Teeküche und moderne Sanitäreinrichtungen. Der historische Charakter des Gebäudes bleibt dabei erhalten.
Die Sanierungsarbeiten sollen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, sodass der neue Platzerstadl rechtzeitig zum Nordgautag im Juli 2026, der in Roding stattfindet, feierlich eröffnet werden kann. Bis dahin entstehen im Inneren des Gebäudes moderne und zugleich traditionsbewusste Räumlichkeiten.
Mit der erfolgreichen Revitalisierung des Platzerstadls setzt die Stadt Roding einen weiteren Meilenstein ihrer Stadtsanierung. Das Projekt trägt zur Attraktivitätssteigerung der Altstadt, zur Förderung von Kultur und Gemeinschaft sowie zur Stärkung regionaler Identität bei – weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Stadt Roding / FH