Do., 23.04.2026 , 11:14 Uhr

Riedenburg: Brauhaus setzt auf Bierherstellung ohne fossile Energieträger

Rund um den Tag des Bieres am 23. April rückt die Braubranche traditionell in den Fokus.

Während vielerorts über steigende Energiepreise sowie geopolitische und strukturelle Herausforderungen diskutiert wird, geht das Riedenburger Brauhaus einen konkreten technischen Schritt: In der neuen Produktionsstätte entsteht ein Energiekonzept, das die Bierherstellung ohne fossile Energieträger ermöglichen soll.

Laut Riedenburger Brauhaus ist damit die Substitution fossiler Energieträger in der Prozesswärme der Bierherstellung gemeint. Der Betrieb erfolgt laut Brauerei auf Basis elektrischer Energie, ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Das Energiekonzept stellt die Brauerei auch online anschaulich dar.

Ein sichtbarer Meilenstein wird in dieser Woche erreicht. Drei großdimensionierte Energiespeicher werden angeliefert und installiert – zwei Pufferspeicher der Firma Huber Wärmetechnik sowie ein Brauwasser-Energiespeicher. Sie bilden das Herzstück des künftigen Energiesystems.

Großspeicher mit 55.000 Litern Volumen

Der größte Speicher ist rund 12 Meter hoch und fasst etwa 55.000 Liter Wasser. Er kann rund 5.000 Kilowattstunden thermische Energie aufnehmen. Damit lässt sich eine Wärmemenge speichern, die den Bedarf eines kompletten Produktionstages abdecken kann.

Nach dem neuen Konzept werden für die Herstellung eines Hektoliters Bier rund 20 Kilowattstunden Wärme benötigt. Pro Produktionstag summiert sich der Bedarf auf mehrere Tausend Kilowattstunden – vergleichbar mit der Energiemenge von etwa 500 Litern Heizöl.

Photovoltaik und flexible Energieflüsse

Die Speicher werden vor allem dann geladen, wenn ausreichend Strom zur Verfügung steht – größtenteils aus eigener Photovoltaik. Die Energie wird zeitversetzt im Brauprozess wieder abgegeben. Auf diese Weise lassen sich Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse flexibel steuern.

Die angestrebte Reduktion des Energiebedarfs um bis zu zwei Drittel entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Technologien. Abwärme wird konsequent zurückgeführt, Wärmepumpen erhöhen das Temperaturniveau und spezielle Vakuum-Brüdenverdichter kommen zur Dampferzeugung zum Einsatz. Die Energiespeicher sorgen dafür, dass Energieerzeugung und -nutzung zeitlich entkoppelt werden können.

Modellprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung

Begleitet wird das Projekt vom Institut für Energietechnik (IfE). Gefördert wird es durch das Bayerische Energieforschungsprogramm. Das Vorhaben gilt als Demonstrationsprojekt mit Modellcharakter für andere energieintensive Betriebe in der Lebensmittelindustrie. Nach aktuellem Stand wird die Kombination der eingesetzten Technologien erstmals in dieser Form umgesetzt.

Geschäftsführer Maximilian Krieger betont: „Die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern ist für uns ein klares Unternehmensziel. Dass uns die aktuelle geopolitische Lage in dieser Entscheidung bestätigt, zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig unabhängige Lösungen zu entwickeln.“

Am Tag des deutschen Bieres zeigt sich damit in Riedenburg, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern nicht nur ein formuliertes Ziel bleibt, sondern bereits konkret umgesetzt wird.

Pressemitteilung Riedenburger Brauhaus / MF

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