Sa., 11.04.2020 , 12:47 Uhr

Rezept: Hefeweißbier-Osterbrot von Gabi Röhrl

Klopapier und Nudeln momentan zu den Hamsterkauf-Produkten in der Corona-Krise. Hefe kann man aber auch selber herstellen! Gabi Röhrl hat es ausprobiert und uns ihr Rezept verraten! 

Die Herstellung von Hefe nach folgendem Rezept, ist derzeit überall nachzulesen:

100 ml Weißbier, 1 EL Mehl, 1 TL Zucker – Alles vermengen und in einem Glas über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen. Der Ansatz soll der Kraft eines normalen handelsüblichen Hefewürfels entsprechen.

Das hört sich gut an und wurde von mir ausprobiert. Das Ergebnis bei mir: Ein Reinfall. Jetzt war mein Ehrgeiz geweckt.

 

Nach tagelangen Versuchen kam ich zu folgendem Rezept für mein Hefeweißbier-Osterbrot:

Wer über einen Gärschrank verfügt ist zeitlich etwas im Vorteil. Funktioniert allerdings auch ohne Gärschrank bei Zimmertemperatur. Allerdings verlängert sich der zeitliche Aufwand sehr.

Grundvoraussetzung bei der Herstellung von Hefe: SEHR VIEL ZEIT UND GEDULD!

Zutaten für die Weißbierhefe:

Ein passendes (ausgekochtes) Glasgefäß mit Verschluss (nicht luftdicht)

3 EL Mehl, 2 EL Zucker, 3 x 80 g Hefeweißbier (jeweils der untere Teil einer Weißbierflasche) Der Rest wird selbstverständlich genutzt und darf getrunken werden. Dazu finden sich doch immer Weißbier-Liebhaber.

 

Zubereitung der Hefe aus Weißbier:

Von 3 Flaschen Hefeweißbier jeweils 400 ml aus der Flasche vorsichtig ausschenken.
Benötigt wird immer nur der untere Teil vom Weißbier, da sich hier die abgelagerte Hefe befindet. Diesen Teil in der Falsche gut schwenken, damit man wirklich auch die abgelagerte Hefe erhält und in das Glasgefäß mit Mehl und Zucker geben.

Das Glas verschließen und das Mehl, Zucker und Weißbier gut schütteln, damit sich alles auflöst. Das kann schon 2-3 Minuten dauern.
Dieses Glasgefäß jetzt 24 Stunden an einem warmen Ort stehen lassen. Gute Gär-Temperatur: 30 Grad. Achtung: Bei über 40 Grad werden die Hefezellen zerstört, und der Aufwand ist umsonst.

 

Das Rezept für „mein“ Osterbrot:

Zutaten:

  • 500 g Mehl,
  • 70 g Zucker,
  • 80 g Butter,
  • gehackte Mandeln zum Bestreuen.

Wer Rosinen liebt, kann jederzeit auch Rosinen in den Teig geben. Die normalerweise üblichen 250 ml Milch werden komplett durch 250 ml vom Weißbier-Hefeansatz ersetzt.

 

1. Schritt – Dampferl:

Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde eindrücken. Den Hefeweißbieransatz im Glas noch einmal gut durchschütteln.
Ca. 100 ml davon in die Mehlmulde geben und mit etwas Mehl vermischen. Soll ein leicht zähflüssiger Teig entstehen. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und für 3-5 Stunden im Gärschrank bei 30 Grad gehen lassen. Erst herausnehmen, wenn ein leichtes Aufgehen des Dampfers auch erkennbar ist. Bei warmer Zimmertemperatur: mindestens 12 Stunden zugedeckt stehen lassen.

Das Aufgehen ist letztendlich auch davon abhängig, wie viele Hefezellen ich aus der Hefeweißbierflasche auch bekommen habe. Das kann durchaus unterschiedlich sein.

 

2. Schritt:

Anschließend gebe ich alle weiteren Zutaten zum Teig: Zucker, Butter und bei Bedarf Rosinen. Die Hefeweißbiermischung wieder gut schütteln und weitere 150 ml davon zum Teig geben. Alles gut durchkneten, bis der Teig blasen wirft. Dann den Teig wieder zugedeckt im Gärschrank bei 30 Grad 3-6 Stunden gehen lassen. Bei Zimmertemperatur ca. 12 Stunden!

3. Schritt:

Etwas Mehl auf die Arbeitsfläche geben und den Teig von Hand nochmal kneten, formen und auf ein Backblech mit Backpapier geben.
Zugedeckt weitere 3 Stunden im Gärschrank bei 30 Grad gehen lassen oder ca. 6 Stunden bei Zimmertemperatur.

4. Schritt:

1 Ei und 2 EL Milch verrühren.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober und Unterhitze) vorheizen.

Den geformten Teig mit der Ei-Milch-Mischung einpinseln, mit einem Messer mehrmals einritzen und sofern man mag, mit Mandelsplitter bestreuen. 30 Minuten backen.

Fertig!

 

Fazit:

Sofern man keine Hefe im Handel erhält, ist die eigene Herstellung aus Hefeweißbier möglich. Allerdings braucht es dazu sehr viel Zeit und Geduld.

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