Mo., 11.01.2021 , 11:17 Uhr

Rekordbeteiligung: Zwischenbilanz zur Stunde der Wintervögel 2021 in Bayern

Am Wochenende war die „Stunde der Wintervögel“. Sie sollten in Ihrem Garten eine Stunde lang Vögel zählen und die Ergebnisse an NABU und den LBV melden. Nach einer ersten Zwischenbilanz ist derzeit der Haussperling (1.) der am häufigsten beobachtete Wintervogel in Bayern und rangiert klar vor dem Feldsperling (2.) und der Kohlmeise (3.). Nach dem Eingang von ungefähr einem Drittel der Meldungen zeichnet sich am Sonntagnachmittag eine neue Rekordbeteiligung ab, wohl auch bedingt durch den Corona-Lockdown. Noch bis zum 18. Januar können Teilnehmer*innen dem LBV ihre Beobachtungen vom Wochenende schriftlich oder online melden unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

 

Zwar fällt der Einflug der Erlenzeisige aus Nordeuropa nicht ganz so stark aus, wie vor zwei und vor fünf Jahren, trotzdem ist der kleine Fink diesen Winter im Schnitt in jedem fünften bayerischen Garten zu sehen. „Wahrscheinlich wurde einigen Erlenzeisigen durch günstige Bedingungen eine zweite Brut und eine erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen ermöglicht. Wegen des gestiegenen Bestands in ihren nördlichen Brutgebieten reicht derzeit die Nahrung dort nicht für alle, weshalb ein Teil der Vögel zum Überwintern zu uns nach Süden ausweichen musste“, erklärt die LBV-Biologin Annika Lange. Durch den kleinen Einflug aus dem Norden schafft der Erlenzeisig (7.) auch den Sprung in die Top Ten der am häufigsten im Freistaat gemeldeten Wintervögel.

Während der Erlenzeisig fast bayernweit vermehrt gesichtet wird, wobei aktuell die Schwerpunkte im Osten und Süden des Freistaats zu liegen scheinen, stammt die Mehrheit der Meldungen von Schwärmen der Wacholderdrossel bisher aus Nord- und Westbayern. Verglichen mit den anderen Drosseln Mitteleuropas ist sie auffallend bunt, denn ihr oberer Rücken ist rötlich braun, der Kopf und der untere Rücken sind hellgrau und die Brust ist schwarz-gestrichelt. „Wie auch alle anderen Drosselarten profitiert sie von einem guten Obstjahr und so beschert ihr die Natur diesen Winter zahlreiche Früchte, die immer noch an den Bäumen hängen und den Vögeln als wertvolle natürliche Nahrung dienen“, so die LBV-Biologin. Normalerweise ist die Wacholderdrossel eine Vogelart, die es gerade so unter die 30 am häufigsten beobachteten Wintervögel schafft. Derzeit rangiert sie in Bayern unter den Top 15.

 

Meisen-Minus durch milde Temperaturen

Weniger häufig hingegen wurden bis zum Sonntagnachmittag Kohlmeise und Blaumeise, aber auch weitere Meisenarten wie Hauben- und Tannenmeise gesichtet. Ob dies auch an der vor allem für zahlreiche Blaumeisen tödlichen Vogelkrankheit vom Frühjahr 2020 liegt, müssen genauere regionale Betrachtungen noch zeigen. Hauptursache für die geringen Meldungen von Meisen dürfte allerdings der europaweit relativ milde Winter sein. „Oft verbringen auch viele Meisen aus Nord- und Osteuropa die kalte Jahreszeit bei uns. Finden sie in ihrem Brutgebiet aber noch genügend zu fressen, ziehen im Winter weniger Vögel bis zu uns“, sagt Lange. Insgesamt wurden bisher durchschnittlich nur 32 Vögeln pro Garten gezählt, so wenige wie noch nie bei der Mitmachaktion. „Typische Waldvögel wie Buntspecht, Buchfink, Eichelhäher, Gimpel und Kernbeißer wurden dieses Mal weniger beobachtet, was auf eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur zurückzuführen ist, schließlich war der Dezember bei uns sehr warm“, so die LBV-Biologin weiter.

In der vorläufigen Top Ten landet der Feldsperling hinter dem Spatz (1.) und vor der Kohlmeise (3.) auf Rang 2. Dahinter folgt die Amsel (4.), die sich im Vergleich zum Vorjahr vor die Blaumeise (5.) schiebt. Auf Position 6 flog der Buchfink, dahinter rangiert der Erlenzeisig (7.). Platz 8 belegt der weiterhin zurückgehende Grünfink vor der Elster (9.). Das Rotkehlchen (10.) rundet die Reihenfolge der zehn bisher auf häufigsten beobachteten Wintervögel 2021 in Bayern ab.

 

Vogelzählung auf Rekordkurs

Aktuell zeichnet sich in diesem Jahr eine neue Rekordteilnahme ab, da durch den Lockdown mehr Menschen die Gelegenheit haben, die Natur vor der eigenen Haustür zu entdecken. Der LBV ist gespannt, wie viele Meldungen am Ende eingehen werden. Noch bis zum 18. Januar können die am Wochenende gemachten Beobachtungen nachgemeldet werden unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

 

PM LBV/MB

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