Mi., 03.02.2021 , 13:13 Uhr

Rekord: Über 40.000 Teilnehmer bei der "Stunde der Wintervögel"

Zum dritten Mal in Folge ist der Haussperling bayernweit auf Platz bei der "Stunde der Wintervögel, ausgerichtet vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern und dem Naturschutzbund Deutschland. Insgesamt haben über 40.000 Menschen aus ihren gut 30.000 Gärten knapp über eine Million Vögel gemeldet. Damit haben sich 13.000 mehr Menschen an der Zählung beteiligt als im bisherigen Rekordjahr 2018 mit damals 33.000 Teilnehmern. 

Zum dritten Mal sichert sich der Haussperling den Spitzenplatz bei der „Stunde der Wintervögel“, während sein Artgenosse, der Feldsperling, den zweiten Platz belegt. „Obwohl Haus- und Feldsperlinge in weniger Gärten gemeldet worden sind als in den vergangenen Jahren, können Sie ihre Führungsposition halten. Die Meldezahlen liegen aber im Rahmen der üblichen Schwankungen der Populationen“, erklärt Lange. Eine Entwarnung gibt es für den Haussperling dennoch nicht, denn gerade in großen Städten fehlen ihm vor allem geeignete Nistplätze an Gebäuden. Während in Berlin noch viele Haussperlinge leben, findet sich in München die geringste Haussperlings-Dichte im bundesweiten Vergleich. Der Feldsperling dagegen scheint sich zumindest entlang der bayerischen Donau sehr wohl zu fühlen. So wurden die höchsten Werte dieser Art in diesen fruchtbaren Agrarlandschaften gemeldet, an der Spitze wie schon 2020 der Kreis Landshut.

Und wie geht es der Blaumeise? Im vergangenen Frühling war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im Mai 2020 meldeten die Teilnehmer*innen auch in Bayern 22 Prozent weniger Blaumeisen als im Vorjahr. Zwar wurden die Blaumeisen in diesem Winter etwas seltener gemeldet als sonst. „Ein Grund zur Sorge wegen des Bakteriums besteht aber nicht“, gibt die LBV-Vogelexpertin Entwarnung. „Unsere bayerischen Blaumeisen waren von Anfang nicht ganz so stark betroffen wie die Vögel in anderen Bundesländern. Auch zeigten sich in den letzten Monaten keine auffällig verringerten Bestandszahlen bei den bayerischen Blaumeisen.“

Die viel wahrscheinlichere Erklärung für die geringe Anzahl an gemeldeten Blaumeisen sind artübergreifende Ursachen. Denn neben der Blaumeise wurden in diesem Jahr auch weitere typische Waldvögel wie Haubenmeise, Tannenmeise und Kohlmeise, aber auch Kernbeißer, Bergfink, Eichelhäher und Gimpel in weniger Gärten gemeldet. „Da sich dieses Phänomen bei verschiedenen Arten zeigt, kann ein Bestandseinbruch kaum die Ursache für die fehlenden Vögel sein“, so Lange. Die geringere gemeldete Anzahl dieser Vogelarten könne stattdessen auf eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur zurückzuführen sein. „Die Vögel sind dadurch vorübergehend weniger auf Unterstützung durch unsere Gärten angewiesen und kommen deshalb seltener an unsere Futterstellen“, erklärt die LBV-Biologin. „Möglich ist darüber hinaus, dass Arten wie die Kohlmeise aus Brutgebieten in Nord- und Osteuropa weniger bei uns überwintern, weil sie dort immer noch gute Bedingungen vorfinden“, sagt Annika Lange weiter.

Das Gesamtergebnis

Auf das Spitzentrio aus Haussperling, Feldsperling und Kohlmeise folgen Amsel (4.) und Blaumeise (5.). „Seit sieben Jahren hat es keine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, so Lange. Der Buchfink landet auf Rang 6 und macht damit im Vergleich zum Vorjahr eine Platzierung wieder gut. Die Plätze 7 und 8 belegen Erlenzeisig und Grünfink. Elster und Rotkehlchen schließen die bayernweite Top Ten ab. Bereits am Zählwochenende hatte sich gezeigt, dass dieses Jahr vermehrt Erlenzeisige und Wacholderdrosseln (12.) aus Nordeuropa gezählt wurden.

 

Regionale Unterschiede

Die meisten Vögel bekamen mit 41 pro Garten die Teilnehmer*innen in Niederbayern zu sehen, gefolgt von 36 Vögeln pro Garten in der Oberpfalz. Auch in Oberfranken haben die Teilnehmer*innen mit 35 pro Garten mehr Vögel als der bayerische Durchschnitt von 32 gezählt. Schwaben (33) und Unterfranken (33) liegen um den bayerischen Mittelwert. Die Teilnehmer*innen in Mittelfranken (30) und Oberbayern (29) zählten im Schnitt pro Garten weniger gefiederte Gäste als andere bayerische Vogelfreund*innen.

 

Weitere landkreisgenaue Zählergebnisse können unter www.stunde-der-wintervoegel.de eingesehen werden. Die nächste Vogelzählung findet vom 13. bis 16. Mai statt. Dann werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutvögel in unseren Gärten und Parks erfasst.

 

LBV/MS

Das könnte Dich auch interessieren

18.09.2026 Manching: Haftstrafen nach Diebstahl des keltischen Goldschatzes rechtskräftig Nach dem spektakulären Diebstahl des mehr als 2.000 Jahre alten keltischen Goldschatzes aus dem Kelten Römer Museum in Manching sind die Haftstrafen gegen vier Männer rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die vom Landgericht Ingolstadt verhängten Strafen in vollem Umfang bestätigt. Goldschatz mit mehr als 480 Münzen gestohlen Der Einbruch in das Kelten Römer Museum 18.09.2026 Donau-Einkaufszentrum erneut unter Top 10 der deutschen Shoppingcenter Das Donau-Einkaufszentrum (DEZ) zählt erneut zu den zehn besten Shoppingcentern Deutschlands. Im aktuellen Shoppingcenter Performance Report (SCPR) 2026 belegt das DEZ mit der hervorragenden Durchschnittsnote von 2,00 den 9. Platz unter rund 400 bewerteten Einkaufszentren. Damit verteidigt das Regensburger Einkaufszentrum seine Spitzenpositionierung aus den Vorjahren und gehört bereits zum wiederholten Male zu den Top 10 18.09.2026 Mut beginnt im Alltag: Zivilcourage stärkt unsere Gesellschaft Schulen, Vereine und weitere Institutionen können ab sofort Informations- und Präventionsangebote zum Thema Zivilcourage nutzen. Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Sie beginnt häufig mit kleinen Gesten: aufmerksam sein, Hilfe organisieren, die Polizei verständigen oder Betroffene unterstützen. Gerade diese alltäglichen Handlungen tragen wesentlich dazu bei, Straftaten zu verhindern, Menschen zu schützen und 18.09.2026 Bayern: Hopfenernte fällt 2026 deutlich geringer aus In Bayern wird 2026 eine deutlich kleinere Hopfenernte erwartet. Nach ersten Schätzungen sollen in den Anbaugebieten Hallertau und Spalt insgesamt rund 29.244 Tonnen Hopfen geerntet werden. Das wären 22,8 Prozent weniger als 2025. Als Gründe werden extreme Hitzephasen und langanhaltende Trockenheit genannt. Ernte sinkt um mehr als 8.600 Tonnen Im vergangenen Jahr wurden in Bayern