Mi., 01.07.2026 , 11:37 Uhr

Regenstauf: Über 200 Jungvögel an einem Tag – Vogelstation am Limit

Die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad setzt nicht nur den Menschen zu, sondern auch der Tierwelt. Die LBV-Vogelauffangstation in Regenstauf musste deshalb erstmals seit ihrem Bestehen einen Aufnahmestopp verhängen.

Besonders betroffen sind Mauersegler und Schwalben, deren Nester unter Dächern und in Gebäudenischen auf mehr als 60 Grad aufheizen können.

Hunderte Jungvögel müssen versorgt werden

Nach Angaben des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) stürzten am vergangenen Wochenende zahlreiche noch nicht flugfähige Jungvögel aus ihren überhitzten Nestern. Viele Tiere wurden verletzt oder geschwächt aufgefunden.

Allein in der Vogelauffangstation Regenstauf wurden in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Mauersegler und Mehlschwalben versorgt. An nur einem Tag kamen mehr als 200 Vögel in der Station an – fast ausschließlich Mauersegler.

Der fachliche Leiter der Vogelauffangstation, Ferdinand Baer, beschreibt die Situation deutlich: „Wir sind am Rande unserer Kapazitäten. Wir füttern ununterbrochen. Es geht nicht mehr.“

Erstmals Aufnahmestopp nach über 30 Jahren

Im vergangenen Jahr wurden in der Vogelstation rund 1.800 Tiere versorgt. Bereits jetzt, nach dem ersten Halbjahr, liegt die Zahl bei etwa 1.400 Patienten.

Wegen der hohen Belastung musste die Einrichtung nun erstmals seit mehr als 30 Jahren einen Aufnahmestopp verhängen. „Wir mussten daher die Notbremse ziehen, damit wir die uns anvertrauten Tiere weiterhin optimal versorgen können. Auch unsere räumlichen Möglichkeiten sind erschöpft“, erklärt Ferdinand Baer.

Jungvögel brauchen schnelle Hilfe

Vor allem Gebäudebrüter wie Mauersegler und Schwalben sind von der extremen Hitze betroffen. Ihre Nester befinden sich häufig in Spalten oder Nischen an Gebäuden und heizen sich bei hohen Temperaturen stark auf. Um der Hitze zu entkommen, springen viele Jungvögel aus dem Nest. Am Boden werden sie von ihren Eltern jedoch in der Regel nicht mehr versorgt.

„Viele Jungvögel retten sich durch einen Sprung ins Freie. Doch sobald sie am Boden liegen, werden sie von den Altvögeln in der Regel nicht mehr versorgt und sind dringend auf Hilfe angewiesen“, sagt Baer.

LBV bittet um Unterstützung

Da viele Vogelauffangstationen derzeit überlastet sind, bittet der LBV Vogelfreundinnen und Vogelfreunde, aufgefundene junge Mauersegler und Schwalben zunächst selbst zu versorgen. Dafür sollten die Hinweise zur Erstversorgung genau beachtet werden. Weiterführende Informationen bietet die Wildvogelhilfe im Internet.

 

LBV/TaF

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