Mi., 08.01.2020 , 00:30 Uhr

Regensburger Forscher: Mehr tödliche Borna-Virus-Infektionen in Deutschland als bekannt

An einer Infektion mit sogenannten Borna-Viren sind in Deutschland in den vergangenen Jahren weit mehr Menschen gestorben als bisher bekannt. Der Erreger sei in Bayern rückwirkend in Hirnproben verstorbener Patienten nachgewiesen worden, berichten Forscher des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) und der Universität Regensburg im Fachmagazin «The Lancet Infectious Diseases». Insgesamt starben demnach seit 1995 mindestens 14 Menschen nachweislich an der Gehirnentzündung. Den jüngsten bekannten Borna-Fall datieren die Wissenschaftler auf Ende 2019. Damals starb ein elfjähriges Mädchen.

Die Wissenschaftler hatten Hirnproben von insgesamt 56 Patienten aus Bayern untersucht, bei denen zwischen 1999 und 2019 eine Hirnentzündung diagnostiziert worden war. Bei 28 war kein Grund für die Erkrankung gefunden worden, neun von diesen Betroffenen waren gestorben. Bei sieben dieser neun Menschen wurde das Borna disease Virus 1 (BoDV-1) nachgewiesen. Unabhängig davon gab es zudem zwei weitere bestätigte Infektionen. Alle Fälle kamen in Bayern vor und wurden an der Uniklinik Regensburg, in Erlangen oder im Raum München diagnostiziert, wie Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am FLI, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Zuvor waren bereits fünf weitere Fälle aus den Jahren 2018 und 2019 bekannt. Unter anderem hatten sich drei Menschen über eine Organspende mit der tödlichen Krankheit angesteckt, weil sie eine Niere beziehungsweise die Leber eines Infizierten aus Bayern bekommen hatten. Nur einer von ihnen überlebte die Krankheit, allerdings mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Dass sich Nutztiere wie Pferde und Schafe mit der Borna-Krankheit anstecken und daran sterben können, ist schon wesentlich länger bekannt. Einziges bekanntes Reservoir des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine schweren Symptome verursacht. Die Mäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus – darüber können sich dann andere Tiere und auch der Mensch anstecken. Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

BoDV-1 kommt in Deutschland in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und angrenzenden Teilen benachbarter Bundesländer vor. Fälle von Borna-Krankheit bei Pferden, Schafen und anderen Nutztieren gibt es zudem auch in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein regelmäßig.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

27.07.2026 Regensburg: Eisbären starten wieder beliebte Zeugnisaktion Die Eisbären Regensburg laden am Freitag, 31. Juli 2026, erneut zur beliebten Zeugnisaktion in die Donau-Arena ein. Zwischen 10 und 15 Uhr erhalten Schülerinnen und Schüler bis einschließlich 18 Jahre gegen Vorlage ihres Jahreszeugnisses eine Freikarte für ein Heimspiel der DEL2-Saison 2026/2027. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler, die mindestens eine Eins im Zeugnis haben. 27.07.2026 Stadt Regensburg darf Öffnung von Automatenläden begrenzen Die Stadt Regensburg darf die Öffnungszeiten von Automatenläden an Sonn- und Feiertagen begrenzen. Drei Eilanträge gegen eine entsprechende Regelung der Stadt seien abgelehnt worden, teilte das Verwaltungsgericht Regensburg mit.Das Rathaus hatte Betreibern im November 2025 verboten, Automatenläden an Sonn- und Feiertagen vor 8.00 Uhr und nach 16.00 Uhr zu öffnen. Drei Betreiber hatten ihre Automatenläden 27.07.2026 Regensburg: 11.600 Besucher feiern das Fest der Demokratie Eröffnet wurde das Fest am Freitag von der Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger und dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Dr. Richard Loibl. Bayernausstellung gut besucht Großes Interesse gab es an der Bayernausstellung „Brennpunkt Bayern: Hitler und der Kampf um die Demokratie“. Kostenlose Führungen und freier 27.07.2026 Regenstauf: Seniorin übergibt Goldschmuck nach Schockanruf Eine Seniorin aus Regenstauf ist am Donnerstag Opfer eines Schockanrufs geworden. Ein angeblicher Polizeibeamter behauptete, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht  begangen und befinde sich wegen ihres psychischen Ausnahmezustands in einem Krankenhaus. Um ihre Freilassung zu erreichen, müsse eine Kaution von 50.000 Euro hinterlegt werden. Die Täter hielten die Frau rund eineinhalb Stunden am