Di., 02.05.2023 , 10:09 Uhr

Vor allem bei jungen Leuten

Regensburger Experte: Spargel-Hype lässt nach

Die etwa von Ausländern bestaunte Begeisterung für weißen Spargel in Deutschland wird nach Experten-Einschätzung in den kommenden Jahren weniger werden und womöglich allmählich aussterben. Vor allem bei den jüngeren Menschen kommt das Gemüse nicht ganz so gut an.

Der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder hat beobachtet, dass sich jüngere Leute abwenden vom Spargel, vor allem vom damit verbundenen Setting in der Tradition gutbürgerlicher Küche – also Essen mit Gemüse, Soße, Fleisch und Sättigungsbeilage. Stangen, die man schneiden muss, empfinden viele demnach als unpraktisch.

«Das passt überhaupt nicht dazu, dass man beim Essen mit dem Handy spielt. Sie brauchen am besten Dinge, die sie mit einem Löffel essen können.»

Angesagt seien Gerichte wie Bowls, die es etwa in Asia-Läden oder arabischen Lokalen gebe, sagt Hirschfelder, Herausgeber des Buchs

«Wer bestimmt, was wir essen? Ernährung zwischen Tradition und Utopie, Markt und Moral».

Außerdem sei der Ruf des Spargels als Luxusgemüse dahin. Heute werde an ihm als Saisongemüse am stärksten über Leiharbeit debattiert.

«Der Spargel hat gerade bei jungen Leuten einen Image-Schaden erlitten als Gemüse der sozialen Ungleichheit.»

Während viele Ältere den Spargelverzehr geradezu zelebrierten, gebe es «vor allem eher Jüngere, denen Spargelessen zu aufwendig ist», sagt auch der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, Jürgen Jakobs.

Derzeit entscheide sich, ob die Spargelkultur hierzulande so bleibe, wie sie lange war oder ob die Deutschen dem weißen Spargel den Rücken kehrten. So wachse hierzulande etwa auch der Marktanteil des grünen Spargels, der international viel üblicher ist, so Jakobs.

Der Pro-Kopf-Konsum von weißem Spargel ist in Deutschland nach einigen sehr starken Jahren zuletzt gesunken. Und die heimische Ernte ging deutlich zurück. Die Spargelsaison in Deutschland dauert etwa zwölf Wochen. Sie geht traditionell bis zum Johannistag am 24. Juni.

Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur aus dem Frühling 2022 mögen unter den 18- bis 24-Jährigen nur noch 47 Prozent Spargel. Bei den über 55-Jährigen sind es dagegen 74 Prozent.

Die deutschen Spargelanbauer wollen nun den Genuss nochmal auf die Spitze treiben. Sie haben als «Weltpremiere» für den 5. Mai den «Tag des deutschen Spargels» ausgerufen.

dpa

 

Wir haben uns bei den Regensburgern umgehört:

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