Di., 09.04.2024 , 13:19 Uhr

Regensburg: Zukunft für erfolgreiche Krebsforschung am UKR

Dr. Dennis Harrer erhält Young-Scientist-Fellowship-Förderung durch das Bayerische Zentrum für Krebsforschung. Mit seiner klinischen Forschung im Bereich der sogenannten CAR-T-Zell-Therapie trägt der Assistenzarzt der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Regensburg dazu bei, die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen weiter zu verbessern.

Unser Immunsystem nutzt sogenannte T-Zellen, um Krankheitserreger und Krebszellen zu bekämpfen. Die sogenannte CAR-T-Zelltherapie nutzt genetisch veränderte T-Zellen, um gezielt Krebszellen zu attackieren. Dr. Dennis Harrer vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR) forscht daran, diese Therapie mit dem sogenannten SLAMF6-Protein zu verbessern, um die Tumorabwehr zu stärken. Sein Projekt wird vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung mit 100.000 Euro unterstützt, um Krebsbehandlungen wirksamer zu machen.

Zur Pressemitteilung

Unser körpereigenes Immunsystem patrouilliert auf der Suche nach Krankheitserregern und Krebszellen unentwegt durch unseren Körper. Eine besondere Rolle spielen hierbei die sogenannten T-Lymphozyten, auch T-Zellen genannt, da sie Krebszellen erkennen und abtöten können. Diese Eigenschaften der T-Zellen macht sich die CAR-T-Zelltherapie zunutze, die bei bestimmten bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems zum Einsatz kommt. Über eine Leukapherese, eine Form der Blutwäsche, werden die T-Lymphozyten des Patienten aus dessen Blut gefiltert. In einem speziellen Labor werden die Zellen daraufhin gentechnisch verändert und auf das spezifische Zieleiweiß der jeweiligen Krebszellen programmiert. Nun tragen die T-Zellen einen chimären Antigenrezeptor (CAR) auf ihrer Oberfläche. Macht eine T-Zelle jetzt eine Krebszelle aus und bindet sich an diese, kann sie die bösartige Zellstruktur zerstören und gleichzeitig die Aktivierung des Immunsystems anstoßen.

Diese „Programmierung“ der Immunzellen ist ein großer Fortschritt in der Behandlung vieler Krebserkrankungen wie Leukämie und Lymphome. Dennoch gibt es Faktoren, die die Heilungsprognose von Patienten beeinträchtigen können. „Die Mehrzahl der mit Chimären Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen behandelten Patienten kann bisher noch nicht geheilt werden. Mit unserer Forschungsarbeit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Therapieerfolge zu erhöhen“, erklärt Dr. Dennis Harrer, Assistenzarzt der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des UKR. Dabei helfen soll das SLAMF6-Protein. Bisher zeigte sich in Studien, dass das SLAMF6-Protein in löslicher Form bei tumorspezifischen CD8-T-Zellen den aktivierungsbedingten Zelltod reduzieren und die Abwehrfunktion gegen Tumorzellen erhöhen kann. „Um das zu erreichen, modifizierten wir in früheren Forschungsarbeiten die Erzeugung von CAR-T-Zellen, damit diese ein vordefiniertes Molekül ausschütten. Im nächsten Schritt wollen wir darauf aufbauen und CAR-T-Zellen herstellen, welche das lösliche SLAMF6-Protein freisetzen, um darüber die Funktionalität der CAR-T-Zell-Therapie weiter zu verbessern“, so Dr. Harrer. So wird als nächstes in einem „Stresstest“-System, das auf wiederholter Stimulation mit Krebszellen im Reagenzglas („in vitro“) basiert, getestet, ob CAR-T-Zellen durch die Freisetzung löslicher SLAMF6-Proteine eine bessere Funktionalität aufweisen als herkömmliche CAR-T-Zellkonstrukte.

Dieses Forschungsprojekt von Dr. Dennis Harrer wurde im Rahmen eines wettbewerblichen Ausschreibungsverfahrens des Young-Scientist-Fellowship-Programms des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ausgewählt und erhält eine Förderung von 100.000 Euro. „Die Krebsmedizin ist in stetigem Wandel, und es ist notwendig, dass wir kontinuierlich in die Forschung investieren. Als Partner im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) sowie als onkologisches Spitzenzentrum besteht unser Auftrag nicht nur in der bestmöglichen Versorgung von Krebspatienten, sondern auch darin, die Forschung immer weiter voranzutreiben. Dabei stellen wir als onkologisches Spitzenzentrum sicher, dass neue Diagnose- und Therapieoptionen zeitnah im klinischen Alltag zur Anwendung kommen, um noch mehr Patienten bessere Chancen auf Heilung geben zu können. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass Dr. Harrer in das Young-Scientist-Fellowship-Programm des BZKF aufgenommen wurde“, fasst Professor Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des UKR, zusammen.

Über das Young-Scientist-Fellowship-Programm

Das BZKF fördert mit dem BZKF-Young-Scientist-Fellowship-Programm die besten Mediziner, sowie die besten Lebenswissenschaftler – (Advanced) Medical Scientist, Clinician Scientist oder Clinical Trialist – im Bereich der Krebsforschung in Bayern und stellt damit sowohl die notwendigen Mittel als auch die Freiräume für eine erfolgreiche Krebsforschung an den sechs bayerischen Universitätsklinika bereit.

Universitätsklinikum Regensburg/VSi

 

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