Nach dem Sprengstofffund auf der A3 bei Wiesent im Januar sind ein Mann und eine Frau wegen Vorbereitung einer Geldautomatensprengung verurteilt worden. Das Amtsgericht Regensburg verurteilte die Fahrerin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung, den Mittäter zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das Urteil erging am Dienstag. Das teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Regensburg mit. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Nach Angaben des Sprechers ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Fahrerin des mit zwei Sprengstoffpaketen beladenen Wagens erhielt ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung. Der Mittäter wurde zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt.
Laut Anklage waren die beiden Ende Januar auf der A3 bei der Ausfahrt Wörth/Wiesent im Landkreis Regensburg vermutlich in Richtung Österreich unterwegs, um dort einen Geldautomaten zu sprengen. Am frühen Morgen entdeckte eine Streife der Verkehrspolizei Regensburg bei einer Kontrolle den Sprengstoff. Er wurde in einer Sporttasche transportiert.
Die Autobahn wurde stundenlang bis in den Berufsverkehr hinein gesperrt. Das Material wurde vor Ort kontrolliert gesprengt. Die beiden Insassen des Wagens wurden festgenommen. Bei den Ermittlungen ergab sich schnell der Verdacht, dass der Fund im Zusammenhang mit Automatensprenger-Banden stehen könnte.
Die Anklage enthielt auch die Verabredung zu einem schweren Bandendiebstahl. Dieses Vorwurfs wurden die beiden Angeklagten in Regensburg nicht schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Zu Prozessbeginn war die Staatsanwaltschaft noch von mindestens einem weiteren Mittäter ausgegangen. Er wurde zunächst nicht ermittelt.
dpa / MF