Di., 13.01.2026 , 11:43 Uhr

Regensburg: Warnstreiks im öffentlichen Dienst – Druck auf die Länder steigt

In Regensburg und der Oberpfalz erhöht die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber. Für Mittwoch, 14. Januar 2026, sind Warnstreiks angekündigt. Betroffen sind mehrere Länderdienststellen, darunter auch das Universitätsklinikum Regensburg (UKR). Trotz möglicher Einschränkungen bleibt die Patienten- und Notfallversorgung gesichert. Zudem kommt es im Stadtgebiet zu kurzfristigen Verkehrssperren wegen eines Demonstrationszuges.

Warnstreiks vor zweiter Verhandlungsrunde

Hintergrund der Warnstreiks ist die laufende Tarifrunde für die Beschäftigten der Länder. Nachdem die Arbeitgeber zu Beginn der Verhandlungen kein Angebot vorgelegt hatten, ruft ver.di Oberpfalz vor der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam zu Aktionen auf.

In der Oberpfalz sind unter anderem die Uniklinik Regensburg, die Universität Regensburg, das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz, das Landesamt für Denkmalschutz, das Wasserwirtschaftsamt Regensburg und die Regierung der Oberpfalz betroffen.

Alexander Gröbner, Geschäftsführer von ver.di Oberpfalz, betont:
„In der zweiten Verhandlungsrunde muss ein Angebot her!“
Er macht deutlich, dass die Beschäftigten entschlossen seien, für ihre berechtigten Lohnforderungen einzustehen. „Es ist unerträglich, dass wieder einmal die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ihren Gürtel enger schnallen sollen.“ Gerade im Winter zeige sich, wie wichtig ihre Arbeit sei: „Ohne Winterdienst auch der Länderbeschäftigten ginge bei uns gar nix“.

Kritik auch von Beamtinnen und Beamten

Auch bei den Beamtinnen und Beamten ist der Unmut groß. Marina Mühlbauer, stellvertretende Geschäftsführerin von ver.di Oberpfalz, erklärt:
„Die Kolleginnen und Kollegen sind stinksauer, dass Ministerpräsident Dr. Markus Söder bereits angekündigt hat, einen etwaigen Tarifabschluss mit 6-monatiger Verspätung auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen.“
ver.di ruft deshalb auch Beamtinnen und Beamte dazu auf, sich im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten solidarisch an den Aktionen zu beteiligen.

Rund 300 Beschäftigte bei Aktion in Regensburg erwartet

Für Regensburg rechnet ver.di mit einer großen Beteiligung. Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner sagt:
„Am Mittwoch erwarten wir rund 300 Länderbeschäftigte aus den betreffenden Dienststellen und Betrieben in Regensburg.“
Das Signal an die Arbeitgeber sei klar: „Die Beschäftigten erwarten Wertschätzung und ein deutliches Lohnplus!“

Versorgung am Universitätsklinikum Regensburg gesichert

Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) kann es am 14. Januar 2026 zu Leistungseinschränkungen und längeren Wartezeiten kommen. Der Warnstreik dauert vom Beginn des Frühdienstes bis zum Ende des Nachtdienstes am Morgen des 15. Januar 2026.
Eine Notdienstvereinbarung stellt sicher, dass die Patienten- und Notfallversorgung jederzeit gewährleistet ist. Wie viele Beschäftigte sich am Warnstreik beteiligen, ist vorab nicht genau absehbar.

Demonstration führt zu kurzfristigen Straßensperren

Die Versammlung läuft zwischen 09:30 und 13:00 Uhr. Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Gelände des Uniklinikums führt die Strecke über die Universitätsstraße, Albertus-Magnus-Straße, Galgenbergstraße, Dr.-Martin-Luther-Straße, Gabelsberger Straße und die Richard-Wagner-Straße zum Gewerkschaftshaus.

Entlang der Route kommt es zu kurzfristigen Straßensperren. Längere Sperrungen sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten, Verkehrsteilnehmer sollen die Einschränkungen aber einplanen.

Das fordert ver.di in der Tarifrunde

In der aktuellen Tarifrunde fordert ver.di für die Beschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr bekommen und nach der Ausbildung unbefristet übernommen werden. Für studentische Beschäftigte fordert die Gewerkschaft ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt. Außerdem sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

ver.di / PI Regensburg Süd / Universitätsklinikum Regensburg / TR

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