Mo., 20.01.2025 , 12:22 Uhr

Regensburg: Wanderausstellung „Antisemitismus in Bayern“ an der FOS/BOS

Eine Wanderausstellung an der Beruflichen Oberschule Regensburg beleuchtet die vielen Facetten des Antisemitismus in Bayern. Die von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS) konzipierte Ausstellung zeigt, dass Judenhass auch im 21. Jahrhundert ein aktuelles Problem bleibt.

Schüler, Lehrer und Besucher können sich bis zum 22. Januar über Erscheinungsformen, Hintergründe und Entwicklungen des Antisemitismus informieren.

Antisemitismus im Alltag: Beispiele aus Bayern

Die Ausstellung thematisiert alltägliche Beispiele von Antisemitismus: Ob Schmierereien wie die Verunstaltung der Fassade eines Jugendzentrums mit der Aufschrift „Juden Zentrum“, antizionistische Parolen auf Demonstrationen oder Beleidigungen wie „Du Jude!“ auf Schulhöfen – der Judenhass zeigt sich in vielen Formen. Historische Relikte wie die „Judensau“ am Regensburger Dom verdeutlichen zudem, dass Antisemitismus tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.

Ziel der Ausstellung: Bewusstsein schaffen

Der Politikwissenschaftler und Journalist Tobias Eisch von RIAS Bayern, Kurator der Ausstellung, betonte bei einer Einführung an der FOS/BOS Regensburg die Notwendigkeit, den Blick für die verschiedenen Formen des Antisemitismus zu schärfen. Antisemitische Einstellungen seien ein uraltes Phänomen, das sich immer wieder neu manifestiere – zuletzt verstärkt im Zuge der Corona-Proteste und nach den Ereignissen vom 7. Oktober 2023. Die Ausstellung zeigt dazu aktuelle Daten, die RIAS gesammelt hat.

Eisch erklärte, dass Antisemitismus oft auf Vorurteilen und Projektionen basiert. „Die Juden“ werden als Sündenböcke für gesellschaftliche Probleme dargestellt. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen und Denkweisen sei ein wichtiger Schritt, um antisemitische Haltungen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Antisemitismus in der digitalen Welt

Schulleiter Dr. Michael Völkl hob die Rolle der sozialen Medien hervor, in denen antisemitische Stereotype und Vorurteile oft verstärkt werden. Er betonte die Verantwortung der Schule, solchen Tendenzen entgegenzuwirken: „Mit knapp 1.500 Schülerinnen und Schülern sind wir auf ein funktionierendes Miteinander angewiesen.“

Ausstellung für alle zugänglich

Die Wanderausstellung „Antisemitismus in Bayern“ ist noch bis zum 22. Januar an der Beruflichen Oberschule Regensburg zu sehen. Neben den Schülern der Schule können auch externe Besucher nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat die Ausstellung besichtigen.

 

 

PM Staatliche Fachoberschule, Staatliche Berufsoberschule / FC

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