Unbekannte haben mehrere Bildelemente der Gedenktafeln beschädigt. Auch eine Heiligenstatue vor der Kirchentür St. Vitus wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer der sogenannten Aktion T4. Unter diesem Namen organisierte das NS-Regime den systematischen Massenmord an Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder Behinderungen. Die zentrale Planungsstelle befand sich in der Berliner Tiergartenstraße 4.
Bezirkstagspräsident Franz Löffler spricht von einem ernsten Vorfall:
„Dieser Ort erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde und steht für die historische Verantwortung, dieses Unrecht sichtbar im Bewusstsein zu halten.“
Eine Strafanzeige ist bereits gestellt. Die Umstände müssten nun sorgfältig aufgeklärt werden, so Löffler weiter. Hinweise aus der Bevölkerung oder von Besucherinnen und Besuchern könnten dazu beitragen. „Wir sind dankbar für jede Rückmeldung, die weiterhelfen kann.“
Wer im Zeitraum zwischen Samstag, 17. Mai 2026, 17 Uhr, und Sonntagmorgen, 18. Mai 2026, etwas beobachtet hat oder Hinweise geben kann, kann sich per E-Mail an rechtsabteilung@medbo.de wenden.
Erinnerung bleibt Zugleich betont Löffler die bleibende Verantwortung des Bezirks:
„Die Erinnerung an die Opfer bleibt. Sie lässt sich weder zerkratzen noch einschüchtern. Der Schutz solcher Orte ist keine Nebensache. Er gehört zu unserer historischen Verantwortung – und zu unserem Selbstverständnis als öffentlicher Träger.“
PM medbo / FC