Fr., 30.06.2023 , 10:22 Uhr

Regensburg: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach Vergewaltigung im Stadtwesten

Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft einem 34-Jährigen besonders schwere Vergewaltigung und drei versuchte Vergewaltigungen vor.

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat gegen einen 34-Jährigen Anklage wegen besonders schwerer Vergewaltigung in einem Fall und versuchter besonders schwerer Vergewaltigung in drei Fällen erhoben. Es geht um Fälle im Herbst 2020, als vier Frauen jeweils mit einem Revolver bedroht wurden. Der Mann soll versucht haben, sie so zum Sexualverkehr zu zwingen. In einem Fall soll ihm das gelungen sein. In allen Fällen war der Mann laut Staatsanwaltschaft mit dem Fahrrad unterwegs. Am Abend des 2. Novembers 2020 soll er eine damals 27-Jährige zum Oralverkehr gezwungen haben.

Die „Ermittlungsgruppe West“ der Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft haben in den folgenden Jahren nach dem Täter gesucht, schließlich gelang es ihnen, den Mann im Januar 2023 als Tatverdächtigen zu identifizieren. Ausschlaggebend war hier eine durchgeführte DNA-Reihenuntersuchung. Der Mann soll noch für ein weiteres versuchtes Sexualdelikt im Mai 2019 verantwortlich sein, außerdem soll er nach seiner Inhaftierung im Januar 2023 versucht haben, einen männlichen Mitgefangenen in der JVA Regensburg zum Sexualverkehr zu zwingen.

Der Mann hat sich laut Staatsanwaltschaft noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Landgericht Regensburg müsse jetzt über die Zulassung der Anklage entscheiden. Für den Angeschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.

MF

 

Die Mitteilung der Staatsanwaltschaft Regensburg

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat am 12.06.2023 Anklage zum Landgericht Regensburg gegen einen 34-jährigen Angeschuldigten wegen besonders schwerer Vergewaltigung und drei Fällen der versuchten besonders schweren Vergewaltigung erhoben. Dem Angeschuldigten liegt insbesondere zur Last, im Herbst 2020 vier weibliche Geschädigte im Stadtgebiet Regensburg mit einem Revolver bedroht und zum Sexualverkehr gezwungen bzw. dies versucht zu haben.

Die Ermittlung des Angeschuldigten gelang im Januar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg in enger Kooperation mit der „Ermittlungsgruppe West“ der Kriminalpolizei Regensburg. Wie bereits berichtet kam es im Oktober und November 2020 schwerpunktmäßig im Westen von Regensburg zu einer Serie von insgesamt vier Sexualdelikten. Allen Taten war gemein, dass ein unbekannter Tatverdächtiger mit einem Fahrrad Passantinnen mit einem Revolver bedrohte, um diese zum Sexualverkehr zu zwingen. So soll der Tatverdächtige insbesondere am Abend des 02.11.2020 eine damals 27-jährige Geschädigte in der Nähe des Grillplatzes im Westpark/Regensburg zum Oralverkehr gezwungen haben.

Im Rahmen mehrjähriger intensiver Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg, die in enger Abstimmung mit der eigens gegründeten „Ermittlungsgruppe West“ der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg geführt wurden, gelang es im Januar 2023 schließlich den 34-jährigen Angeschuldigten als Tatverdächtigen zu identifizieren.

Der Durchbruch gelang mittels einer DNA-Reihenuntersuchung, bei welcher insgesamt 507 Vergleichsproben abgegeben und analysiert wurden.

Zwischenzeitlich konnte der Angeschuldigte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Täter eines weiteren versuchten Sexualdelikts ermittelt werden, welches sich in der Nacht des 05.05.2019 in der Nähe des Bahnhofs Prüfening/Regensburg ereignete und bei dem eine damals 17-jährige Geschädigte mit einem Messer bedroht wurde.

Aufgrund des ähnlichen modus operandi erfolgte nach der Festnahme des Angeschuldigten im Januar 2023 ein DNA-Direktvergleich mit bislang unzuordenbarem DNA-Material an der Klinge des eingesetzten Messers, der mit statistisch sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Übereinstimmung mit dem Angeschuldigten führte.

Der Angeschuldigte ist zudem dringend verdächtig, nach seiner Inhaftierung am 18.01.2023 in der JVA Regensburg versucht zu haben, einen männlichen Mitgefangenen zum Sexualverkehr zu zwingen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat nunmehr nach Abschluss der Ermittlungen gegen den Angeschuldigten Anklage wegen der Tatvorwürfe der besonders schweren Vergewaltigung, drei Fällen der versuchten besonders schweren Vergewaltigung und zwei Fällen der Bedrohung in Tateinheit mit sexueller Belästigung erhoben. Aufgrund der angeklagten Tatvorwürfe steht die Verhängung einer Sicherungsverwahrung im Raume.

Der Angeschuldigte hat sich bislang nicht zur Sache eingelassen.

 

Es wird darauf hingewiesen, dass für den Angeschuldigten weiterhin uneingeschränkt die Unschuldsvermutung gilt. Das Landgericht Regensburg wird nunmehr über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden müssen

Pressemitteilung Staatsanwaltschaft Regensburg

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