Do., 07.09.2017 , 15:11 Uhr

Regensburg: Sanierung der Steinernen Brücke auf der Zielgeraden

Die Sanierungsarbeiten an der Steinernen Brücke in Regensburg gehen in den Endspurt. Wie die Stadt mitteilt, ist auch ein Fest zur Einweihung in Vorbereitung.

 

„Im Zeitplan und im Kostenrahmen“ – diese beiden erfreulichen Feststellungen kann Christine Schimpfermann,  Planungs- und Baureferentin der Stadt, jetzt in der zweiten Jahreshälfte 2017 für die Sanierung der Steinernen Brücke treffen. Bis Ende des Jahres wird der vierte und letzte Bauabschnitt, der die Brückenbögen 6, 7, 8 und 9 der heute noch sichtbaren 15 Bögen der Brücke umfasst, abgeschlossen sein. Lediglich witterungsbedingt könnten sich Arbeiten jetzt noch verzögern. Da zwischenzeitlich alle Arbeiten an der Steinernen Brücke vergeben sind, kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die ursprüngliche Berechnung der Gesamtkosten eingehalten wird.

Im Moment führt die Firma Bamberger Natursteinwerke die Natursteinsanierung an den letzten vier Bögen und an mehreren Eisbrechern und Beschlächten der Brücke durch. Die Bögen 8 und 9 sind bereits komplett fertig gestellt. Bei den Bögen 6 und 7 ist der Steinaustausch abgeschlossen.

Bei den sogenannten Injektionsarbeiten im vierten Bauabschnitt werden Hohlräume und Steinzwischenräume mit einem Spezialmörtel ausgepresst. „Dabei kommt Romankalk zum Einsatz, der im Gegensatz zu seinem Namen nicht vom Wasser ausgewaschen wird wie der Luftkalk“, erklärt der Abteilungsleiter für Brückenbau im Tiefbauamt, Gregor Walter. Das Naturprodukt Romankalk ist wasserbeständig und hydraulisch bindend, festigt sich also ohne Kohlendioxid auch unter Wasser. Romankalk wird heute vor allem bei der Restaurierung und Sanierung von Wasserbauwerken verwendet.

Die restlichen Arbeiten an den Bögen des vierten Bauabschnittes –  Ergänzungen von kleinen Stein-Fehlstellen und Verfugungen des Natursteinmauerwerkes – sollten bis Jahresende 2017 abgeschlossen sein.

Bereits abgeschlossen sind die statischen Sicherungsarbeiten im vierten Bauabschnitt. Dabei wurden – wie auch in den vorangegangenen Bauabschnitten – die westlichen und östlichen Stirnbögen der Bögen 6, 7, 8 und 9 miteinander verspannt, um die Brücke dauerhaft zu stabilisieren. Problematisch bei der Steinernen Brücke ist die Tatsache, dass die Stirnbögen eine andere Materialsteifigkeit aufweisen als die Bogengewölbe. Das Zusammenspannen der Stirnbögen verhindert, dass wieder Risse zwischen den Stirnbögen und den Bogengewölben entstehen, die die Gesamtstabilität des Bauwerkes erneut gefährden könnten.

Der Großteil der Beschlächte und Eisbrecher wird noch 2017 fertig saniert. Lediglich die Arbeiten an den Eisbrechern und Beschlächten 6, 7, 8 und 9 sowie an einigen anderen Beschlächten werden sich bis in die erste Jahreshälfte 2018 hinziehen.

Auch die Arbeiten an den Brückenbrüstungen gehen voran. Die Arbeitsgemeinschaft Scholz, Baumann, Hermann hat die Brüstungen im Bereich der Bögen 8 und 9 abgeschlossen. Bis Ende September sollen die Brüstungen der Bögen 6 und 7 fertig sein.

Die Reparaturen am Füllmauerwerk der Brücke sind bis Mitte Oktober eingeplant. Im Oktober wird dann die Firma Bögl die letzten Abdichtungsarbeiten auf der Brückenoberfläche vornehmen. Ab November 2017 beginnt die Firma Leitner mit den Oberflächenbelägen aus Granit. „Verzögerungen kann in der Endphase eigentlich nur noch die Witterung im November und Dezember auslösen“, so Peter Bächer, Amtsleiter des Tiefbauamts. Bei früh einsetzendem Frost müssen Restarbeiten eventuell auf Anfang 2018 verschoben werden.

Da die neue, noch etwas ungewohnte Oberfläche der Steinernen Brücke aus großflächigen Granitplatten bereits für Diskussionen gesorgt hat, betonen die zuständigen Fachleute erneut, dass dieses Erscheinungsbild dem ursprünglichen Zustand des Brückenbelages bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit mehr gleicht als die vor der Sanierung vorhandene Optik des Kopfsteinpflasters. Das Granitkopfsteinpflaster auf der Brücke gab es erst seit dem Jahr 1903. Damals erforderte der Einbau der Straßenbahnschienen auf der Brücke ein zwischen den Schienen leicht zu verlegendes Pflaster.

Die Verkehrsführung für Fußgänger und Fahrradfahrer über den Behelfssteg wird sich bis Ende des Jahres 2017 nicht ändern. Wenn Anfang 2018 das Gerüst und der Behelfssteg samt Fundamenten abgebaut sind, können die allerletzten Arbeiten an den Beschlächten und den Eisbrechern des vierten Bauabschnittes abgeschlossen werden. Über die endgültige Verkehrsfreigabe für Fußgänger und Radfahrer auf der sanierten Brücke wird im Frühjahr 2018 rechtzeitig informiert.

Unabhängig von der kurz vor dem Abschluss stehenden Sanierung wurden jetzt die unter Wasser liegenden Bauteile der Brücke kontrolliert. Erstmals kam dabei ein Seitenradar einer finnischen Spezialfirma zum Einsatz, der die Brücke unter Wasser hochdetailliert vermisst. Bisher konnte diese Untersuchung unter Wasser lediglich mit einem Echolot erfolgen, da die starke Strömung und schlechte Sicht unter der Steinernen Brücke den Einsatz von Tauchern verbot. „Von den auf den Messungen basierenden Bildern erhoffen wir uns einen bisher nie dagewesenen Blick auf den Zustand der Spundwände an den Brückenbeschlächten“, erklärt Abteilungsleiter Walter. Die Brückenbeschlächte sind steinerne Vorbauten, welche die eigentlichen Brückenpfeiler vor dem Unterspülen durch die Flussströmung schützen. In früherer Zeit waren die Ausspülungen bei der Steinernen Brücke deutlich größer. In den 1950er- bis Anfang der 1960er-Jahren wurden die früher sehr großen Beschlächte deutlich verkleinert und durch seitliche Spundwände zusätzlich geschützt.

„Ich freue mich sehr, dass dieses Großprojekt jetzt seinem Ende zugeht“, so Schimpfermann. „Es hat lange gedauert, aber das Ergebnis rechtfertigt den immensen Aufwand, den wir auch aus Gründen des Denkmalschutzes betrieben haben. Als Symbol der Stadt Regensburg kann die Steinerne Brücke jetzt wieder von vielen weiteren Generationen als zentraler Donauübergang genutzt werden.“

Wenn die Steinerne Brücke 2018 in neuem Glanz erstrahlt, wird dies unter anderem auch durch ein überarbeitetes Lichtkonzept unterstützt. Es basiert auf dem 2009 formulierten Ziel der energieeffizienten Sanierung der Regensburger Straßenbeleuchtung mit LED-Technik. „Und es gibt noch einen Grund zur Vorfreude“, verspricht die Referentin. Voraussichtlich zeitgleich mit dem Welterbefest 2018 wird ein Brückenfest stattfinden, mit dem die „neue alte“ Steinerne Brücke den Regensburger Bürgern offiziell zurückgegeben wird.

Pressemitteilung/MF

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