Fr., 21.11.2025 , 13:53 Uhr

Regensburger Kaufleute fordern Verbesserungen für Innenstadt

Bei der Hauptversammlung des Vereins der Regensburger Kaufleute e.V. wurde deutlich: Die Unternehmerinnen und Unternehmer der Altstadt zeigen sich weiter engagiert – aber auch zunehmend besorgt. Infrastrukturprobleme, mangelnde öffentliche Toiletten und zunehmender Attraktivitätsverlust der Innenstadt waren zentrale Themen.

Kritik an Infrastruktur und Verkehrssituation

Eines der Hauptthemen der Versammlung war die zunehmende Erreichbarkeitsproblematik in der Innenstadt von Regensburg. Die Einschränkungen für Autofahrer durch reduzierten Parkraum und erschwerte Zufahrten zu Geschäften bereiten vielen Betrieben Sorgen. Gleichzeitig sprach sich der Verein für eine Reglementierung des Fahrradverkehrs in der Fußgängerzone aus – insbesondere bei Elektrofahrrädern, die laut den Kaufleuten durch ihre Geschwindigkeit Fußgänger gefährden.

Jürgen Wittmann, Inhaber des Bohemian Hotels und der Chin Chin Bar, berichtete von mehreren Unfällen zwischen Fußgängern und Radfahrern in der Gesandtenstraße. Die Mitglieder des Vereins fordern daher mehr Rücksichtnahme und klare Regeln für den Radverkehr in den Fußgängerzonen.

Missstände bei öffentlichen Toiletten

Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik betraf die öffentlichen Sanitäranlagen in der Altstadt. Die Unternehmer beklagten, dass es zu wenige Toiletten gebe – und dass diese nicht auffindbar, oft defekt oder stark verschmutzt seien. Besonders rund um den Christkindlmarkt am Neupfarrplatz, der im Herzen des UNESCO-Weltkulturerbes Regensburg stattfindet, sei die Situation unzumutbar.

Anton Weissenbacher, Betreiber des Restaurants Dicker Mann, berichtete, dass seine Mitarbeiter die Gasse vor Geschäftsbeginn selbst reinigen, da sie häufig als öffentliche Toilette missbraucht werde. Die städtische Reinigung finde deutlich zu spät statt, was sowohl für Gäste als auch für Geschäftsleute untragbar sei.

Zustand der Altstadt sorgt für Unmut

Neben infrastrukturellen und sanitären Problemen wurde auch der allgemeine Zustand der Altstadt kritisiert. Die Mitglieder des Vereins bemängelten verschmutzte Straßen, Graffitis, Aufkleber und Leerstände. Laut Maximilian Schreiner, dem zweiten Vorstand des Vereins, seien die Prioritäten der Stadtverwaltung nicht mehr im Einklang mit den tatsächlichen Herausforderungen des Stadtzentrums.

Die Händler sehen besonders in der weiteren Reduzierung des Parkraums eine Gefahr für die Besucherfrequenz und damit für den Fortbestand der Betriebe. Man sei sich einig, dass Attraktivitätsverlust und Einschränkungen nicht durch weitere Maßnahmen dieser Art gelöst werden könnten.

Marketingmaßnahmen zur Stärkung der Altstadt

Trotz der Herausforderungen bleibt der Verein aktiv: Armin Gebhard, Erster Vorsitzender, stellte aktuelle Marketingaktivitäten vor. Dazu gehören die 14. Auflage des beliebten Cross-Marketing-Heftes sowie Stadtpläne, die laut Gebhard eine hohe Nachfrage verzeichnen.

Pünktlich zur Adventszeit wird erneut ein Radiospot in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgestrahlt, der kauffreudige Besucher zum Weihnachtsbummel in die Regensburger Altstadt locken soll. Der Spot ist auch auf der Webseite des Vereins abrufbar.

Deutlicher Appell an die Stadt Regensburg

Zum Abschluss der Versammlung wurde klar: Die Kaufleute der Altstadt Regensburg zeigen ständige Bereitschaft zur konstruktiven Arbeit, erwarten aber ein Umdenken seitens der Stadt. Die derzeitige Entwicklung sei nicht hinnehmbar – ein „Weiter so“ sei nicht akzeptabel, so der eindringliche Appell der Unternehmergemeinschaft.

Regensburger Kaufleute e.V./ H.C. Wagner / TVA Onlineredaktion

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