Do., 28.05.2026 , 17:19 Uhr

Regensburg: Prozess nach Axtangriff im ICE startet kommende Woche

Nach einem Axtangriff im Juli vergangenen Jahres wird sich ein Mann vor dem Landgericht Regensburg verantworten müssen.

Knapp ein Jahr nach dem schweren Axtangriff in einem ICE in Niederbayern beginnt am kommenden Dienstag der Prozess vor dem Landgericht Regensburg. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-jährigen Beschuldigten unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann wegen einer psychischen Erkrankung schuldunfähig sein könnte. Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft die dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Angriff während der Zugfahrt

Nach Überzeugung der Ermittler soll der Beschuldigte am 3. Juli 2025 während der Fahrt eines ICE durch Niederbayern mehrere Fahrgäste mit einer Axt attackiert haben. Die Tat ereignete sich in der Nähe von Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen. Außerdem soll der Mann einen Zimmererhammer bei sich gehabt haben.

Zunächst soll der 21-Jährige einen 25 Jahre alten Mitreisenden angesprochen haben. Anschließend sei er mit den Werkzeugen durch das Zugabteil gelaufen und habe dabei einen feindlichen Eindruck gemacht.

Als ein 29-jähriger Fahrgast den Notruf wählen wollte, soll der Beschuldigte ihm mit der Axt auf den Kopf geschlagen haben. Der Mann erlitt laut Ermittlern einen Stirnbeinbruch.

Mutter schützt ihren Sohn

Danach soll der Tatverdächtige versucht haben, den 25-Jährigen mit mehreren Schlägen auf den Kopf zu töten. Die Schläge trafen jedoch dessen 51-jährige Mutter, die sich schützend vor ihren Sohn gestellt haben soll. Die Frau erlitt dabei eine Schädelfraktur.

Auch der 15-jährige Sohn der Frau wurde verletzt. Nach Angaben der Ermittler soll er versucht haben, den Angreifer aufzuhalten und dabei durch Schläge, Tritte und Bisse verletzt worden sein.

Passagiere überwältigen den Angreifer

Als der Beschuldigte erneut mit der Axt auf den 25-Jährigen losgegangen sein soll, habe dieser dem Angreifer die Axt entreißen können. In Notwehr soll er anschließend selbst gegen den Tatverdächtigen vorgegangen sein. Der damals 20-Jährige erlitt dabei eine Fraktur am Kopf, soll aber trotzdem versucht haben, den Mann zu würgen.

Letztlich gelang es weiteren Passagieren, den Beschuldigten zu fixieren, bis Einsatzkräfte eintrafen.

Unterbringung statt Untersuchungshaft

Ein zunächst erlassener Untersuchungshaftbefehl wurde wenige Tage nach der Tat in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt. Seitdem befindet sich der Mann in einer psychiatrischen Einrichtung.

Für den Prozess vor dem Landgericht Regensburg sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte im Juli fallen.

dpa / MF

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