Mo., 14.10.2024 , 16:36 Uhr

Regensburg: Premiere für Medizinstudium – 110 Studierende starten im Studiengang Medizin

In Niederbayern beginnt eine neue Ära der Medizinausbildung. Mit dem Start des Medizincampus Niederbayern (MCN) an der Universität Regensburg nehmen die ersten 110 Studierenden ihr Studium auf.

Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume betonte die Bedeutung dieses historischen Tages für die Region und das gesamte Bundesland Bayern. Durch das Konzept, medizinische Studiengänge wohnortnah anzubieten, soll der Bedarf an Ärzten in der Region langfristig gedeckt werden.

600 neue Medizinstudienplätze und 27 Professuren

Das MCN-Modell sieht vor, dass die ersten drei Studienjahre an der Universität Regensburg absolviert werden. Anschließend wechseln die Studierenden zu den Standorten Deggendorf, Landshut, Passau und Straubing. Insgesamt entstehen in Niederbayern 600 neue Medizinstudienplätze, die nach und nach aufgestockt werden. 27 neue Professuren sollen in den nächsten Jahren besetzt werden. Davon sind 20 klinische Professuren gleichmäßig auf die vier Standorte verteilt, und 7 weitere Profilprofessuren werden in Passau für das neue Institut für Gesundheitswissenschaften geschaffen.

Zukunftslabor für digitale Medizinausbildung

Ein zukunftsweisender Bestandteil des Projekts ist die Errichtung des Zentrums für Digitale Medizinausbildung (ZeDiMA) in Passau. Dieses Zentrum soll als Labor für innovative, digitale Lehrformate dienen. Auch die Hochschule Landshut beteiligt sich an diesem Vorhaben, das den Fokus auf die Gesundheit im digitalen Zeitalter legt.

Kritik an fehlender Bundesunterstützung

Wissenschaftsminister Markus Blume kritisierte in diesem Zusammenhang den Bund:

Kein Land tut so viel für die Medizinerausbildung, wie der Freistaat. In Summe schaffen wir 2.700 zusätzliche Studienplätze bis zum Wintersemester 2032/33, die kontinuierlich aufwachsen. Das stemmen wir komplett aus eigener Kraft. Ich würde mir wünschen, dass sich auch die Bundesregierung ihrer Verantwortung für die medizinische Versorgung in der Zukunft bewusst wird, denn aktuell werden wir bei der Ausbildung von mehr Medizinerinnen und Medizinern vom Bund knallhart im Stich gelassen. Die Medizinstudienplätze finanzieren die Länder mit rund 275.000 Euro pro Studienplatz. Der Bund ist nicht bereit, zusätzliche Medizinstudienplätze zu unterstützen und auch an der Umsetzung der neuen Approbationsordnung will sich der Bund finanziell nicht beteiligen. Diese wird die Länder zusätzlich im Bereich von mehreren hundert Millionen Euro belasten. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, nicht nur mit dem Finger auf die Länder zu zeigen, sondern selbst mit anzupacken – die Schaffung zusätzlicher Medizinstudienplätze sollte künftig aus Bundesmitteln unterstützt werden.

 

PM Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst / FC

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