Do., 19.03.2026 , 15:11 Uhr

Regensburg: Mehr Unfälle 2025 – Radfahrer und E-Scooter besonders betroffen

Im Stadtgebiet Regensburg wurden im Jahr 2025 insgesamt 5.411 Verkehrsunfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt von zwei Prozent.

Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg leicht auf 751 Fälle (+3,6 Prozent). Insgesamt wurden 874 Menschen verletzt, darunter 72 schwer. Zwei Personen kamen im Jahr 2025 im Regensburger Straßenverkehr ums Leben.

Häufigste Unfallursachen in Regensburg

Mit 2.723 Fällen ist der ungenügende Sicherheitsabstand weiterhin die häufigste Unfallursache – das entspricht rund der Hälfte aller Unfälle. Dazu zählen vor allem Parkrempler, Streifschäden beim Vorbeifahren sowie klassische Auffahrunfälle.

Bei Unfällen mit Verletzten spielen dagegen Fehler beim Abbiegen, Einfahren, Wenden oder bei der Vorfahrt die größte Rolle. Sie machen 28 Prozent der Ursachen aus.

Schulwegunfälle wieder angestiegen

Nach einem besonders unfallreichen Jahr 2022 zeigt sich langfristig zwar eine rückläufige Entwicklung. 2025 wurden jedoch 14 Schulwegunfälle registriert – drei mehr als im Vorjahr.

In einem Fall wurde ein Schüler schwer verletzt. Sechs Unfälle ereigneten sich im Bereich von Radwegen, neun Kinder waren mit dem Fahrrad unterwegs. In zehn Fällen lag die Hauptursache beim Schüler selbst.

Die Polizei misst der Sicherheit auf dem Schulweg weiterhin hohe Bedeutung bei. Zu Beginn jedes Schuljahres wird verstärkt kontrolliert. Unterstützt wird sie dabei von 197 Schüler- und Elternlotsen.

Zusätzlich bereitet die Polizei jährlich über 1.400 Grundschüler im Rahmen der Jugendverkehrsschule auf den sicheren Umgang mit dem Fahrrad vor. Auch in mehr als 70 Kindergärten werden grundlegende Verkehrsregeln vermittelt.

Unfallfluchten nehmen weiter zu

Mit 1.296 Unfallfluchten setzte sich der steigende Trend der vergangenen vier Jahre fort. Gegenüber 2024 entspricht das einer leichten Zunahme von 0,6 Prozent.

Oft handelt es sich um kleinere Schäden wie Parkrempler oder Streifschäden. In 459 Fällen konnten Tatverdächtige ermittelt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei 35,4 Prozent – mehr als jede dritte Unfallflucht wurde geklärt.

Gemeinsam mit der Verkehrswacht Regensburg führte die Polizei auch 2025 das Projekt „Unfallflucht – kein Kavaliersdelikt“ fort. Bürger wurden dabei gezielt auf Parkplätzen und vor Einkaufszentren angesprochen und sensibilisiert.

Radverkehr in Regensburg: Fast jeder zweite Verletzte ist Radfahrer

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern stieg 2025 auf 456 Fälle (+9,6 Prozent). Dabei wurden 429 Radfahrer verletzt, davon 36 schwer.

Mit 49,1 Prozent war nahezu jeder zweite Verletzte im Straßenverkehr ein Radfahrer.

In 62 Prozent der Fälle war Fehlverhalten der Radfahrer selbst unfallursächlich. Häufige Gründe waren Fehler beim Abbiegen oder Anfahren sowie die verbotswidrige Nutzung von Radwegen – etwa durch sogenannte Geisterradler.

Mit mehreren Radaktionstagen und einer Aktionswoche zum Thema „Licht und Sicht“ setzte die Polizei gezielt auf Prävention und Kontrollen.

Drogen im Straßenverkehr: Deutlich mehr Verstöße

Im Jahr 2025 wurden 15 Unfälle registriert, bei denen ein Fahrer unter dem Einfluss von Drogen stand – leicht weniger als im Vorjahr.

Deutlich gestiegen ist jedoch die Zahl der festgestellten Drogenfahrten bei Kontrollen: 291 Verstöße, ein Plus von 84 Prozent im Vergleich zu 2024.

Hintergrund sind unter anderem geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen seit der Teillegalisierung von Cannabis sowie intensivierte Kontrollen. Die Polizei hat ihre Einsatzkräfte entsprechend geschult und mit Testverfahren ausgestattet. Dennoch geht sie weiterhin von einem erheblichen Dunkelfeld aus.

E-Scooter-Unfälle steigen um 55 Prozent

Elektrokleinstfahrzeuge, vor allem E-Scooter, sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Über 1.100 Mietfahrzeuge verschiedener Anbieter stehen in Regensburg zur Verfügung.

Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Zahl der Unfälle: 79 Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen wurden 2025 registriert – ein Anstieg um 55 Prozent.

Dabei wurden 80 Personen verletzt. Häufige Ursachen sind hohe Geschwindigkeit, Missachtung von Verkehrsregeln sowie das Fahren ohne Helm oder zu zweit auf einem Roller.

Die Polizei reagiert mit gezielten Kontrollen und bindet Elektrokleinstfahrzeuge verstärkt in ihre Verkehrssicherheitskampagnen ein.

PM PI Regensburg Süd / KH

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