Ein sicheres Zuhause bedeutet weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf – es ist Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und ein respektvolles Miteinander.
Gerade in einer Stadt wie Regensburg, in der Wohnraum knapp ist, stehen Menschen mit Migrationshintergrund vor besonderen Herausforderungen. Neben der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt erschweren Sprachbarrieren, unterschiedliche kulturelle Gepflogenheiten sowie bewusste und unbewusste Vorbehalte bei der Mieterauswahl die Suche nach einer Wohnung.
Hier setzt das Projekt „Wohnraum für alle (WoFA) – Integration braucht ein Zuhause“ an. Es wurde von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Diakonischen Werk Bayern initiiert und wird in Regensburg von der Johanniter-Unfall-Hilfe umgesetzt. Ziel ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte beim Zugang zum privaten Wohnungsmarkt zu unterstützen und damit Integration aktiv zu fördern.
„Wir sind stolz Integration ein Zuhause geben zu können“, betont Patrick Malzer, Sachgebietsleiter für Flüchtlingshilfe bei den Johannitern in Ostbayern.
Integration findet vor allem im Alltag statt – in der Nachbarschaft, im Treppenhaus und im gemeinsamen Lebensumfeld. Wer in einer regulären Wohnung lebt, hat bessere Chancen, Kontakte zu knüpfen, die Sprache zu lernen und sich langfristig in die Gesellschaft einzubringen.
Das Projekt WoFA verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. In Einzel- und Gruppenberatungen sowie speziellen Mietkursen werden Wohnungssuchende umfassend vorbereitet. Sie erhalten praktische Tipps für Bewerbungen, Unterstützung bei notwendigen Unterlagen sowie Hilfe bei der Vorbereitung auf Wohnungsbesichtigungen. Auch wichtige Informationen rund um Mietverträge und Mieterpflichten gehören zum Angebot.
Nach erfolgreicher Vermittlung endet die Unterstützung nicht: Eine Nachbetreuung im neuen Wohnumfeld hilft dabei, das Mietverhältnis langfristig zu stabilisieren.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Abbau von Unsicherheiten – sowohl bei Wohnungssuchenden als auch bei Vermieterinnen und Vermietern. Durch Aufklärung und persönliche Begleitung trägt das Projekt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu stärken.
Seit dem Start im November 2024 konnte WoFA in Regensburg bereits 168 Personen aus 24 Herkunftsländern auf ihrem Weg in eigenen Wohnraum begleiten.
Am Internationalen Tag gegen Rassismus wird damit deutlich: Der Zugang zu Wohnraum ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine gesellschaftspolitische Frage. Projekte wie WoFA zeigen, wie Integration konkret gelingen kann – durch gezielte Unterstützung und die Überzeugung, dass ein Zuhause die Basis für ein gleichberechtigtes Miteinander ist.
PM Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. / KH