Mi., 02.11.2022 , 14:33 Uhr

Regensburg: Kunststoff statt Eis - Schlittschuhlaufen trotz Energiekrise

Eislaufbahnen verbrauchen eine Menge Energie. In manchen Kommunen will man sich das angesichts von Energie- und Klimakrise nicht mehr leisten. Der Schlittschuh-Spaß soll trotzdem nicht ausfallen.

Die steigenden Energiekosten haben in diesem Winter auch Auswirkungen auf das Eislaufvergnügen in Bayern. Während in manchen Kommunen Eisbahnen geschlossen bleiben, setzen andere auf Kunststoff. So lädt Erlangen heuer in der Adventszeit auf dem Marktplatz wieder zum Schlittschuhlaufen – auf einer 400 Quadratmeter großen Fläche aus Kunststoff. Auch in Regensburg wird im Januar eine Kunststoffeisbahn aufgebaut.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Eisfläche werde für die Kunststoffbahn kein Strom zur Kühlung und auch kein Wasser verbraucht, heißt es vom City-Management in Erlangen. Deshalb habe man sich in diesen speziellen Zeiten für dieses Modell entschieden. Der Strom für die Beleuchtung stamme zudem vollständig aus erneuerbaren Energien.

 

Regensburg

Auch in Regensburg lässt sich dank der neuen Kunststoffeisbahn von Mitte Januar bis Mitte März in der Altstadt der Stromverbrauch deutlich senken, wie die Stadt vorrechnet. «Die ursprünglich angedachte Natureisbahn hätte für das Kälteaggregat rund 540 kWh pro Tag verbraucht», erläuterte eine Sprecherin. Nun werde nur noch Strom für Beleuchtung und die Lautsprecheranlage verbraucht, wobei täglich mit voraussichtlich 50 Kilowattstunden (kWh) gerechnet werde.

 

Erfahrungswerte und Pläne

Schon etwas längere Erfahrungen mit dem Schlittschuhlaufen auf Kunststoff hat der Nürnberger Post-Sportverein. Seit 2020 können Eissportfans dort in der kalten Jahreszeit auf einer 350 Quadratmeter großen synthetischen Eislauffläche ihre Runden drehen. Neben geringeren Unterhaltskosten waren vor allem ökologische Gesichtspunkte dafür ausschlaggebend: Im Vergleich zu gekühltem Eis werden dadurch monatlich etwa 10 000 Liter Wasser, der durchschnittliche Energieverbrauch von 200 Haushalten und 4,75 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart, sagte Sprecher Maximilian Oppel.

Auch in Rosenheim hatte das City-Management in diesem Jahr mit einer temporären Eisbahn aus Kunststoff geliebäugelt. Dies sei aus logistischen Gründen aber zu teuer geworden, weil dafür ein Platz hätte umgebaut werden müssen, sagte Geschäftsführerin Sabrina Obermoser. Eventuell sei eine solche Eisbahn aber eine Option für den Winter im nächsten Jahr.

In Zirndorf werden die Menschen in diesem Jahr dagegen auf die herkömmliche Eisbahn am Bibertbad verzichten müssen. Diese sei in der Saison 2022/2023 aus energetischen Gründen geschlossen worden, teilte eine Stadtsprecherin mit. Diskussionen gab es auch um die Eisbahn in Würzburg. «Das ist vom Tisch», sagte eine Sprecherin der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH. Sobald es draußen kühl genug sei, werde die Eisbahn eröffnen.

 

dpa

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