Do., 22.12.2022 , 19:23 Uhr

Regensburg: Investor wird Galeria-Filialen nicht übernehmen

Diese Nachricht ist für viele ein Schock: Der potenzielle Investor für 47 Standorte der involventen Galeria-Kette in Deutschland wird die Häuser doch nicht übernehmen. Damit stehen auch die Filialen in Regensburg vor dem Aus.

Wie das Unternehmen buero.de mitteilt, werden sie das Angebot zur Übernahme einiger Galeria Karstadt Kaufhof Standorte in Deutschland nicht weiter verfolgen. Davon betroffen ist auch eine Filiale in Regensburg. Der Online-Händler hatte angekündigt, eine der beiden Standorte in der Domstadt mit allen Mitarbeitern übernehmen zu wollen.

 

Der Detmolder Online-Händler für Bürobedarf und Schulmaterial wolle den Aufbau seiner eigenen Kette aus eigener Kraft vollziehen – und damit nicht, wie zuerst angenommen, 47 Filialen der insolventen Galeria Karstadt Kaufhof GmbH Filialen übernehmen. Dies hätten die Gremien nach mehrstündigen Sitzungen, verteilt auf zwei Tage, entschieden.

 

„Schon allein die Sitzungsdauer zeigt, dass wir uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht haben. Aber die Gerüchte über viel weitergehende Schließungen und die in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen für uns deutlich gewordene Konfliktlage führen zu veränderten Rahmenbedingungen, die für uns nicht akzeptabel sind“, erläutert der buero.de-Vorstandsvorsitzende Markus Schön in einer ersten Stellungnahme.

 

Zwar böten die Schließungsgerüchte möglicherweise auch Verhandlungschancen gegenüber Vermietern und Lieferanten, aber die Verluste an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Ankündigung nach Einschätzung von buero.de zur Folge haben würden, können dies nicht kompensieren, so buero.de.

 

„Wir haben immer gesagt, die Beschäftigten sind für uns der größte Schatz des Unternehmens. Ohne diese qualifizierten Kräfte sind wir nicht mehr von den Erfolgschancen einer Übernahme überzeugt“, führt der buero.de-Chef weiter aus.

 

Modellprojekt für eigene Warenhauskette

Ein Ende des Warenhausgedankens verbindet buero.de damit nicht und sieht den zum Jahresende 2022 schließenden Standort der Galeria Karstadt Kaufhof in Halle a.d.S. als mögliches Modellprojekt, bei dem sich eine Weiterentwicklung lohnen könnte. Dort steht ein Teil des Warenhauses mit rund 15.000 m² Verkaufsfläche zur Neuvermietung zur Verfügung. Erste Kontakte zwischen dem Vermieter und buero.de gibt es.

 

„Bislang sehen wir dort keine unrealistische Erwartungshaltung und es hat natürlich einen großen Reiz, einen etablierten Standort mit unserem Warenhauskonzept „Schön hier“ wirklich erfolgreich zu machen.“ – Markus Schön

 

Hemmnisse sieht buero.de bei der Mindestanzahl von Standorten und in der Gewinnung qualifizierten Personals.

„Man kann unser Konzept mit 25 Standorten gut umsetzen; perfekt wären die 47 Galeria Karstadt Kaufhof Filialen gewesen. Nach der Horrornachricht für die Galeria-Beschäftigten von bis zu 90 zu schließenden Standorten und dem Wegfall von wohl jedem 2. Arbeitsplatz wäre es vermessen zu glauben, die guten Leute warten lange mit der Jobsuche. Deswegen sind die Meldungen über weitergehende Schließungsabsichten aus unserer Sicht fatal gewesen. Wir sind uns aber sicher, dass unser Konzept eine Lösung für die Kunden, die Innenstädte und vor allem die Beschäftigten darstellen wird. Daher setzen wir das Konzept nun zügig ohne eine Übernahme um“, verbindet der buero.de-Vorstandsvorsitzende den Rückzug gegenüber Galeria Karstadt Kaufhof mit einer neuen Perspektive für das weitere Wachstum des buero.de-Verbundes aus eigener Kraft.

 

Wie es jetzt mit den beiden Galeria-Filialen in Regensburg weitergeht, ist noch nicht bekannt.

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