Di., 08.11.2022 , 13:59 Uhr

Regensburg: Investor will Galeria-Standort übernehmen

Die Warenhaus-Kette Galeria Karstadt Kaufhof steht vor dem Aus. Vergangene Woche wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Es ist das zweite Mal seit 2020. Auch in Regensburg gibt es zwei Filialen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Domstadt gibt es einen kleinen Lichtblick.

Ein Investor aus Nordrhein-Westfalen will einen Standort von Galeria in Regensburg übernehmen. Markus Schön interessiert sich für insgesamt 47 von 131 Filialen in ganz Deutschland.

In Regensburg gibt es in der Altstadt und im Donau Einkaufszentrum eine Filiale. Primär will der Inhaber des Online-Handels buero.de den Galeria Standort in der Altstadt übernehmen – um dort den Leerstand zu bekämpfen.

Zweite Wahl wäre die Filiale im Donau Einkaufszentrum, denn er wolle unbedingt eine Filiale in Regensburg.

Der neue Investor will dann auch alle Mitarbeiter übernehmen. Der Name der Warenhauskette soll aber geändert werden.

Im nächsten Schritt stehen Gespräche mit dem Insolvenzverwalter an.

 

Ende Oktober Insolvenz beantragt

Der Signa-Konzern des österreichischen Investors René Benko hat seiner angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof im laufenden Schutzschirmverfahren neue Finanzmittel in Aussicht gestellt. „Signa wird Galeria Karstadt Kaufhof auch weiterhin unterstützen“, sagte ein Signa-Sprecher dem Wirtschaftsmagazin Capital (Onlineausgabe). Konkrete Angaben, welche Sanierungsbeiträge geplant sind, machte er nicht. Signa habe bisher „etwa eine Milliarde Euro in Galeria investiert“, sagte der Sprecher weiter. „Ohne Signa gäbe es keine Warenhäuser mehr in Deutschland.“

Galeria Karstadt Kaufhof hatte Ende Oktober ein Schutzschirmverfahren beantragt – zum zweiten Mal nach 2020. Zuvor hatte die Warenhauskette, die seit Anfang 2021 vom Corona-Rettungsfonds des Bundes mit insgesamt 680 Mio. Euro gestützt wird, mit der Bundesregierung über weitere Staatshilfe verhandelt. Als Grund für die Existenzkrise hatte Galeria-Chef Miguel Müllenbach unter anderem die hohen Energiepreise angeführt. Nach seinen Angaben soll das Filialnetz im Rahmen des Schutzschirmverfahrens um mindestens ein Drittel ausgedünnt werden. Derzeit gibt es noch 131 Galeria-Filialen.

Für das Schutzschirmverfahren, für das der Galeria-Führung die Sanierer Arndt Geiwitz und Frank Kebekus an die Seite gestellt wurden, benötigt das Warenhausunternehmen allerdings kurzfristig Liquidität. Andernfalls könnte es schon bald in eine Regelinsolvenz rutschen. Arbeitnehmervertreter und einzelne Politiker hatten Benko in den vergangenen Tagen aufgefordert, frisches Geld für die Sanierung bereitzustellen.

Im vorhergehenden Insolvenzverfahren 2020 hatte Eigentümerin Signa den Neustart bei Galeria mit dreistelligen Millionenbeiträgen unterstützt. Laut im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschlüssen stellte der Konzern seinerzeit „Sanierungsbeiträge“ in Höhe von mehr als 320 Mio. Euro zur Verfügung. Unter anderem wurden Darlehen in Höhe von 199 Mio. EUR in nicht rückzahlbare Vermieterzuschüsse umgewandelt. Bei einigen Galeria-Filialen ist der Signa-Konzern noch Eigentümer der Häuser.

 

Quelle: Capital / dpa

 

Unser Bericht über mögliche Folgen für den Neupfarrplatz

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