Die Molekularmedizinerin Vanessa Lutz erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis 2026 der Brigitta und Oskar Braumandl Stiftung der Stadt Regensburg. Die Auszeichnung wurde ihr im Historischen Reichssaal überreicht.
In ihrer Masterarbeit beschäftigte sich Lutz mit der kardialen Transthyretin-Amyloidose. Bei dieser Erkrankung lagern sich fehlgefaltete Eiweiße im Herzen ab und beeinträchtigen dessen Funktion.
An menschlichen Gewebeproben konnte die Forscherin zeigen, dass auch die Herzmuskelzellen selbst durch die Erkrankung geschädigt werden. Ihre Erkenntnisse könnten künftig neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.
Die Arbeit entstand unter der Leitung von Professor Dr. Julian Mustroph an der Universität Regensburg und am UKR. Seit Juni 2026 setzt Lutz ihre Forschung im Rahmen einer Promotion fort.
Auch PD Dr. Maria Baier von der Klinik für Innere Medizin II des UKR wurde ausgezeichnet. Die Deutsche Herzstiftung fördert ihr Forschungsprojekt mit 82.200 Euro.
Im Mittelpunkt steht das Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung. Baier untersucht, welche Rolle Veränderungen des Natriumhaushalts in Herzmuskelzellen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung spielen.
Dafür analysiert sie lebende menschliche Gewebeproben aus den Herzvorhöfen. Gleichzeitig erforscht ihr Team, ob bestimmte Wirkstoffe die gestörten Abläufe gezielt beeinflussen können.
Das zweijährige Forschungsprojekt soll helfen, Vorhofflimmern besser zu verstehen und neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Eine weitere Auszeichnung ging an Lukas Welsch. Er erhielt bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Hamburg den Hans-Jürgen-Bretschneider-Posterpreis.
Gemeinsam mit Charlotte Paulus erforscht Welsch seit 2024 neue Möglichkeiten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Dabei kommt die moderne CRISPR-Cas-Base-Editing-Technologie zum Einsatz. Mit dieser Methode lassen sich gezielte Veränderungen am Erbgut vornehmen.
Unter der Betreuung von Professor Dr. Simon Lebek untersucht Welsch, wie sich eine bestimmte Aktivierungsstelle des Enzyms CaMKIIδ verändern lässt. Das Enzym spielt eine wichtige Rolle bei der Kontraktion des Herzmuskels. Wird seine übermäßige Aktivierung verhindert, könnten sich auch Herzrhythmusstörungen vermeiden lassen.
Auch Charlotte Paulus wurde für ihre Arbeit auf dem Gebiet der modernen Gentechnik geehrt.
Bereits im August 2026 erhielt sie beim ESC Congress in München eine Auszeichnung im Rahmen des „Young Investigator Award in Basic and Translational Sciences“.
Ihre Forschung beschäftigt sich mit der möglichen zukünftigen medizinischen Anwendung der CRISPR-Cas-Base-Editing-Technologie zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
UKR / SP