Die Kampagne „Landtour MENSCH.MEDIZIN: Gemeinsam die Zukunft gestalten“ will medizinische Forschung dorthin bringen, wo Menschen leben – auch außerhalb großer Universitätsstädte. Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Silke Härteis von der Universität Regensburg und Dr. Antje M. Richter von der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Für das Wissenschaftskommunikationsprojekt stehen rund 55.000 Euro Förderung zur Verfügung. Ziel ist es, aktuelle medizinische Forschung verständlich aufzubereiten und gezielt in ländliche Regionen zu bringen.
Die Landtour richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler sowie angehende Lehrkräfte. Sie soll einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischer Forschung ermöglichen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken.
Das Projekt setzt auf ein mehrstufiges Kommunikationskonzept. In einer ersten Phase macht das Format „Kunst am Gartenzaun“ medizinische Themen im öffentlichen Raum sichtbar. Anschließend laden Veranstaltungen unter dem Motto „Red ma drüber – Medizin im Wirtshaus“ zum direkten Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein.
Ergänzt wird das Angebot durch interaktive Science-Boxen. Sie enthalten 3D-Modelle, Experimente und didaktische Materialien, mit denen komplexe medizinische Inhalte anschaulich vermittelt werden.
Ein weiterer Baustein ist der Train-the-Trainer-Ansatz. Lehramtsstudierende werden gezielt geschult und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingebunden. Sie setzen die Science-Boxen im Unterricht ein und tragen medizinisches Wissen nachhaltig in Schulen und Bildungseinrichtungen weiter.
Begleitet wird die Landtour von einer digitalen Kampagne mit Website, Kurzvideos und virtuellen Gesprächsformaten. So bleiben die Inhalte dauerhaft zugänglich.
Inhaltlich konzentriert sich das Projekt zunächst auf das Thema „Nierengesundheit“. Vermittelt werden Aspekte der Prävention, der personalisierten Medizin sowie genetische und epigenetische Forschung.
Die Kampagne steht in engem Zusammenhang mit der Forschung des Transregio 374 (TRR 374) Regensburg-Erlangen, der sich mit neuen Ansätzen zur Entstehung und Behandlung von Nierenerkrankungen beschäftigt.
Prof. Dr. Silke Härteis forscht seit rund zwei Jahrzehnten zu Nierenerkrankungen und bringt ihre wissenschaftliche Expertise gezielt in das Projekt ein. Ziel ist es, aktuelle Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und mit Menschen außerhalb universitärer Zentren ins Gespräch zu kommen.
„Mit der Landtour möchten wir medizinische Forschung dorthin bringen, wo Menschen leben – auch jenseits großer Universitätsstädte. Der persönliche Austausch und eine verständliche Vermittlung stehen dabei im Mittelpunkt“, erklärt Prof. Härteis.
Die Landtour wird an mehreren Standorten in ländlichen Regionen in Bayern und Hessen stattfinden. Die Formate sind modular aufgebaut und können auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt sowie auf andere medizinische Themen übertragen werden.
Mit „MENSCH.MEDIZIN“ entsteht damit ein innovatives Modell der Wissenschaftskommunikation, das medizinische Forschung sichtbar macht, Vertrauen stärkt und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördert.
PM UniRegensburg / FH