Do., 15.12.2022 , 16:05 Uhr

Regensburg: Gartenamt beginnt mit Baumfällarbeiten

Ab sofort beginnt das Gartenamt Regensburg mit den diesjährigen Baumfällarbeiten. Diese müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein, da am 1. März die gesetzlich geschützte Vogelbrutzeit beginnt.

370 Bäume sind in einem so schlechten Zustand, dass ihre Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und deshalb entfernt werden müssen. Von diesen Bäumen fallen 120 Stück unter die Baumschutzverordnung.

Rund 300 weitere Baumfällungen stehen in Zusammenhang mit städtischen (Groß-) Bauprojekten. Hier unterliegen 195 Stück der Baumschutzverordnung. Die größten Posten fallen auf Bauarbeiten im Bereich der Prinz-Leopold-Kaserne sowie auf den Neubau des Schulzentrums Sallern.

 

Straßenbäume sind besonders betroffen

Viele der nicht mehr zu erhaltenden Bäume sind Straßenbäume. Sie haben oft wegen geringem Wurzelraum, verdichtetem Boden, Salzeinträgen und vor allem wegen vorangegangener Dürre- und Hitzeperioden große Probleme. Die resultierenden Schäden können von den Bäumen nicht mehr kompensiert werden, d.h. sie werden für Schadorganismen anfällig, bilden Totholz oder sterben ab.

Regensburg steht mit den Folgen der Klimakrise für den städtischen Baumbestand allerdings nicht alleine da. Ähnliche Folgen sind überall, und ganz besonders in den Städten, zu beobachten. Für die Zukunft sind zunehmend schwierigere Bedingungen für Bäume zu erwarten.

Die geplanten Baumfällungen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Überwiegend geht es um Bäume mit Krankheiten oder Morschungen. Häufig sind sie von holzzerstörenden Pilzen wie dem Brandkrustenpilz oder dem Hallimasch befallen. Neu breiten sich Pilzarten wie Rußrindenpilz, Rindensprenger oder Münzförmiger Kohlenpilz aus. Diese profitieren, leider zu Lasten des Baumbestands, von den Klimaveränderungen der letzten heißen Jahre. Dazu kommen schon seit längerem Krankheiten wie Eschen- oder Lindentriebsterben.
Der Holzabbau durch bestimmte Pilzarten kann zu ganz erheblichen Problemen für die Stand- oder Bruchsicherheit von Bäumen führen.

 

Nachpflanzungen liegen über den Anforderungen der Baumschutzverordnung

Für Bäume, die unter die Baumschutzverordnung fallen, ist eine Fällgenehmigung des städtischen Umweltamts erforderlich. Für die bereits genehmigten Fällungen sind als Ausgleich Nachpflanzungen gefordert. Das Gartenamt wird über 400 Jungbäume pflanzen.

Für alle Neupflanzungen werden Baumarten entsprechend ihrer Eignung für die geänderten Klimabedingungen gewählt.

 

Lebensverlängernde Maßnahmen helfen irgendwann nicht mehr

Das Gartenamt bemüht sich so lange wie möglich um den Baumerhalt. Baumpflege dient der Gesunderhaltung und Lebensverlängerung von Bäumen. Maßnahmen wie Kronenentlastungsschnitte, der Einbau von Kronensicherungen oder Bodenverbesserungen im Wurzelbereich unterstützen diese in ihrem Weiterbestand. Wenn die Bäume trotz aller Hilfe aber nicht mehr ausreichend stand- oder bruchsicher sind, müssen sie letztlich aus Sicherheitsgründen entfernt werden.

 

Baumkontrolle als Vorsorge

Regelmäßige Baumkontrollen und die laufenden Baumpflegearbeiten des Gartenamtes dienen dazu, mögliche Risiken zu mindern und Vorsorge für den städtischen Baumbestand der Zukunft zu treffen. Baumerkrankungen werden so frühzeitig erkannt und, wenn möglich, mit Pflegemaßnahmen behandelt. Manche Baumkrankheiten können allerdings nur Fachleute erkennen. Daher kommt es immer wieder vor, dass aus Sicherheitsgründen entfernte Bäume von Laien für gesund gehalten werden. Das Gartenamt weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass keine gesunden Bäume gefällt werden, da sie für die Allgemeinheit viel zu wertvoll und wichtig sind.

 

 

Stadt Regensburg / MB

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