Mo., 08.06.2026 , 10:33 Uhr

Regensburg/Donaustauf: Caritas-Krankenhäuser sperren aus Protest symbolisch ihre Haupteingänge

Am 12. Juni findet in Süddeutschland ein Protesttag der Kliniken statt. Auch in Ostbayern werden sich Krankenhäuser beteiligen. Zwei Häuser in der Region weisen darauf per Pressemitteilung hin.

Am Freitag, 12. Juni 2026, beteiligen sich die beiden Caritas-Krankenhäuser St. Josef in Regensburg und St. Maria in Donaustauf am süddeutschen Klinik-Protesttag. Zwischen 11 und 13 Uhr werden die Haupteingänge beider Häuser symbolisch mit Flatterband abgesperrt.

Die medizinische Versorgung läuft jedoch uneingeschränkt weiter. Notfälle, geplante Behandlungen und alle wichtigen Termine finden statt. Für Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher bedeutet die Aktion lediglich einen kurzen Umweg über einen Nebeneingang.

Protest gegen geplantes GKV-Spargesetz

Hintergrund der Aktion ist das geplante Gesetz zur Beitragssatzstabilisierung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die Krankenhausgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg haben zum gemeinsamen Protest aufgerufen.

Die Kliniken befürchten zusätzliche finanzielle Belastungen in einer ohnehin angespannten Lage. Viele Krankenhäuser stehen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Kosten, wachsende Anforderungen und enge finanzielle Spielräume prägen den Alltag.

Am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg könnte das Gesetz nach Berechnungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft eine zusätzliche Belastung von rund 3,9 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Geld, das nach Angaben der Klinik bei Personal, Investitionen, moderner Medizintechnik, Digitalisierung und Patientenversorgung fehlen würde.

Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, Geschäftsleitung und Medizinisch-Ärztliche Direktorin am Caritas-Krankenhaus St. Josef, sagt:
„Wir beteiligen uns an diesem Protesttag, weil die geplanten Maßnahmen nicht nur Klinikbilanzen betreffen. Sie gefährden die Versorgung der Menschen vor Ort.“

Freigemeinnützige Kliniken besonders betroffen

Besonders kritisch sieht Prof. Pemmerl die Auswirkungen auf freigemeinnützige Kliniken.
„Sie erfüllen denselben Versorgungsauftrag wie öffentliche Häuser, verfügen aber nicht über dieselben finanziellen Auffangnetze. In Regensburg ist das von besonderer Bedeutung: Mehr als 60 Prozent der stationären Gesundheitsversorgung in der Stadt werden von freigemeinnützigen Trägern erbracht.“

Auch das Caritas-Krankenhaus St. Maria in Donaustauf setzt mit der symbolischen Sperrung ein sichtbares Zeichen. Wer am Freitag zwischen 11 und 13 Uhr die Fachklinik betritt, trifft zunächst auf Flatterband am Haupteingang.

Geschäftsführer Matthias Swaczyna betont:
„Wir sperren unseren Haupteingang nicht, weil wir Menschen ausschließen wollen, sondern weil wir aufrütteln müssen.“

Und weiter:
„Krankenhäuser sind ein zentraler Teil der Daseinsvorsorge. Wer ihre Finanzierung schwächt, gefährdet die Versorgung deutschlandweit.“

Forderungen an die Politik

Beide Kliniken unterstützen die Forderungen der Krankenhausgesellschaften nach einer verlässlichen Krankenhausfinanzierung, der vollständigen Refinanzierung von Tarifsteigerungen, einer Entlastung der Pflege sowie weniger Bürokratie.

Matthias Swaczyna unterstreicht die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen:
„Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag verlässliche Arbeit für die Menschen in der Region. Dafür brauchen sie Rahmenbedingungen, die diese Arbeit ermöglichen – nicht immer neue Unsicherheiten.“

Die Aktion endet um 13 Uhr. Danach sind die Haupteingänge in Regensburg und Donaustauf wieder regulär geöffnet.

Pressemitteilungen Caritas-Krankenhäuser St. Maria / St. Josef / MF

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