Fr., 23.04.2021 , 16:03 Uhr

Regensburg: Domspatzen räumen Forschungspreise ab

Tamás Nemes (17) vom Gymnasium der Regensburger Domspatzen hat den Landeswettbewerb „Jugend Forscht" in der Kategorie Technik gewonnen. Mit seinem Projekt “GUIDE-Walk 2.0 - Autonomes Blindenführersystem mit KI" hat er sich damit fürs Bundesfinale Ende Mai qualifiziert. Auch die Jungforscher bis 14 Jahren präsentierten ein Projekt für Sehbehinderte zu eigen. Sie heimsten damit beim bayerischen Landeswettbewerb einen zweiten Preis und zwei Sonderpreise ein. 

In einem Online-Festakt wurden die Preisträger des 56. Schülerwettbewerbs „Jugend forscht“ geehrt. Anna Stolz, Staatssekretärin im Bayerischen Kultusministerium, fand bei der Siegerehrung lobende Worte: „Ich bin sehr beeindruckt, wie kreativ und innovativ die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ideen umgesetzt haben.“ Interessen und Begabungen im Bereich von Naturwissenschaften und Technik zu fördern, sei eine zentrale Aufgabe der Schulen. “Jugend forscht“ leiste hier einen wertvollen Beitrag. Die Staatssekretärin richtete ihre Worte auch an die Lehrkräfte: „Für die Lösung der großen Zukunftsfragen brauchen wir originelle Ideen und kreative Köpfe. Deshalb kommt der MINT-Förderung eine große Bedeutung zu. Mein Dank gilt insbesondere den Lehrkräften, die ihre Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme am Wettbewerb motiviert und bei kniffeligen Fragestellungen unterstützt haben.“

Der diesjährige Wettbewerb für die Altersstufe 15 bis 21 Jahre stand unter dem Motto „Lass Zukunft da.“ In der Kategorie Technik gewann Tamás Nemes, Schüler der Q11 am Gymnasium der Regensburger Domspatzen, den ersten Preis. Er entwickelte ein autonomes Blindenführersystem „GUIDE-Walk 2.0“, welches bei der Objekterkennung durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt wird. Er programmierte und konstruierte den Prototypen eines tragbaren, autonomen Blindenführer-Systems, welches mit Hilfe einer Kamera und eines Ultraschallsensors lernt, Hindernisse zu erkennen, zu identifizieren und so den Träger rechtzeitig mittels Audiosignale auf Gefahren hinzuweisen.

„Als mir blinde Freunde von ihren Herausforderungen im Straßenverkehr erzählten, war für mich das Thema klar“, sagt der 17-Jährige. Die neuartige Technologie der KI könne helfen, spannende Technik zu kreieren, womit blinde Menschen selbstständiger werden und alleine unkompliziert durch die Stadt navigieren können. Für die souveräne und fehlerfreie Präsentation seiner Arbeit erhielt er zusätzlich den „Sonderpreis Unternehmertum“. „Das Projekt war von vorne bis hinten durchdacht. Tamás legte bei aller technischen Raffinesse besonderen Wert auf Funktionsweise und Anwenderfreundlichkeit. Wir waren sehr beeindruckt“, sagte Daniel Gurdan, Technischer Direktor bei der Ascending Technologies GmbH und einer der Juroren des Landeswettbewerbs. Tamás Nemes erhielt außerdem den Preis für die beste Präsentation seines Projekts in den sozialen Medien. Domspatzen sind es gewohnt, sich auf einer Bühne zu präsentieren. Tamás Nemes vertritt nun Bayern beim Bundeswettbewerb, der von 26. - 30. Mai ausgerichtet wird und misst sich dort mit den besten Nachwuchsforschern des Landes im Fachgebiet Technik.

 

Tamás Nemes entwickelte in seiner Werkstatt das autonome Blindenführersystem

 

Forschernachwuchs gesichert

Die „Jugend forscht“-Einsteigerkategorie für Schüler bis 14 Jahre heißt „Schüler experimentieren“. Die zwei Domspatzen Johannes Bestele und Maximilian Weiß sind darin frisch gebackene bayerische Vizemeister geworden. Sie entwickelten für Blinde und Sehbehinderte eine spezielle Version von „Dobble“, dem bekannten Beobachtungs- und Reaktionsspiel. Obendrein gab es für die beiden den Sonderpreis für das beste Projekt, welches das Leben behinderter Menschen verbessert. Das zweite Junior-Team der Domspatzen, bestehend aus Theo Havla, Maximilian Kujath und Jannis Treffler, erhielt ebenfalls einen Sonderpreis. Die Drei bauten intelligente Lüftungssensoren für Klassenzimmer, zuverlässig und noch dazu günstiger als handelsübliche Geräte. Diese Geräte befinden sich bei den Domspatzen bereits im Einsatz und erinnern Lehrkräften und Schüler ans rechtzeitige Lüften der Klassenzimmer.

Die Regionalwettbewerbe wie auch der Landeswettbewerb wurden von namhaften bayerischen Unternehmen unterstützt und durchgeführt. In diesem Jahr richtete die DRÄXLMAIER Group den Landeswettbewerb als Patenunternehmen aus.

Johannes Bestele und Maximilian Kujath mit ihrer Version des Beobachtungs- und Reaktionsspiels „Dobble“ für Sehbehinderte

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