Do., 22.01.2026 , 18:18 Uhr

Regensburg: Caritas setzt mit Traumatherapie wichtigen Baustein zur psychosozialen Versorgung für Geflüchtete

Asylantragstellende im Raum Regensburg haben nun die Chance auf eine kostenfreie Traumatherapie.

Der Caritasverband für die Diözese Regensburg hat erstmals eine Traumatherapeutin eingestellt. Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung in Regensburg, die keinen Zugang zur Regelversorgung haben, bekommen damit Zugang zu einer professionellen traumatherapeutischen Versorgung. Zuvor konnten die Mitarbeitenden der Psychosozialen Versorgung (PSV) der Caritas Regensburg ausschließlich erste Stabilisierungsmaßnahmen für geflüchtete Menschen anbieten. Seit Mitte Oktober letzten Jahres können nun bis zu drei Personen täglich psychologisch versorgt werden.

Eine frühzeitige Therapie für geflüchtete Menschen war bislang aufgrund des erschwerten Zugangs kaum möglich.

„In den ersten 36 Monaten gibt es nur in akuten Notfällen medizinische Hilfe – Psychotherapie gilt nicht als akut notwendig und erfordert Einzelgenehmigungen durch Sozialämter, welche – wenn sie erteilt werden – mit langen Wartezeiten verbunden sind“,

erklärt Florian Faltenbacher, Leiter des Referats Soziales Profil der Kirche, dem auch die PSV zugeordnet ist.

Umso bedeutender sei die personelle Verstärkung: Mit Theresa Grabmann habe erstmals eine vollumfänglich ausgebildete Psychologin mit Spezialisierung auf Traumatherapie die Arbeit mit Geflüchteten aufgenommen – ein wichtiger Gewinn für das Team und den Klientinnen und Klienten der Caritas.

„Je früher eine Therapie beginnen kann, desto größer sind die Chancen auf deutliche gesundheitliche Fortschritte“, sagt Faltenbacher.

„Genauso gilt aber auch das Gegenteil: Wird eine Behandlung zu spät begonnen, steigt das Risiko erheblich, dass sich Belastungssymptome zu psychischen Erkrankungen entwickeln. Ohne frühzeitige Hilfe verschlechtern sich die Beschwerden häufig und machen gesellschaftliche Teilhabe und Integration deutlich schwieriger.“

Die Angebote der Psychosozialen Versorgung der Caritas Regensburg sind dabei derzeit über zeitlich befristete Fördermittel finanziert, unter anderem aus Programmen wie dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF). Eine verlässliche und langfristige Finanzierung sei jedoch entscheidend, um therapeutische Angebote für geflüchtete Menschen dauerhaft zu sichern und weiter ausbauen zu können.

Umso wertvoller ist es aus Sicht der Caritas, dass im Rahmen der Beratungsstelle nun therapeutische Unterstützung bereits während des Asylverfahrens angeboten werden kann. Faltenbacher bringt sein zentrales Anliegen als Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Regensburg klar auf den Punkt:

„Mir ist wichtig, dass geflüchtete Menschen nicht nur ein Recht auf Schutz haben, sondern auch eine faire Chance auf ein gesundes Leben.“

 

Caritas Regensburg

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