Di., 30.12.2025 , 09:10 Uhr

Regensburg: „Bitte nicht böllern!“ – Aktivist:innen setzen stilles Zeichen gegen Lärm und Feinstaub

Mit einer kreativen Protestaktion hat das Kunstkollektiv Fussabdrücke am Dienstagmorgen in der Regensburger Innenstadt auf die negativen Folgen der Silvesterböllerei aufmerksam gemacht.

Protestaktion gegen Silvesterfeuerwerk

Am Neupfarrplatz spannten die Aktivist:innen ein großes Banner mit der Aufschrift „Bitte nicht böllern“. Ergänzend dazu tauchten in der Altstadt zahlreiche Kreide- und Stencil-Botschaften auf, die zum Verzicht auf Feuerwerk aufrufen.

Kunst als Appell für Verantwortung

Das Kollektiv Fussabdrücke versteht sich als Gruppe, die auf soziale, ökologische und ethische Themen im öffentlichen Raum aufmerksam macht. Mit ihrer aktuellen Aktion richtet sie sich gegen die private Böllerei zu Silvester.

„Jedes Jahr werden Menschen verletzt, Tiere geraten in Panik und unsere Umwelt wird massiv belastet – und das alles für wenige Minuten Lärm und Licht“, erklärt Ellina H.. Besonders Wildtiere, Haustiere und vulnerable Menschen leiden unter den Explosionen. „Für viele Tiere bedeutet Silvester puren Stress, Angst oder sogar den Tod.“

Umweltbelastung durch Feinstaub und Müll

Neben dem Tierschutz kritisieren die Künstler:innen auch die ökologischen Folgen: Reste von Feuerwerkskörpern belasten Böden, Gewässer und Ökosysteme. „Ein Verbot ist kein Verlust an Lebensfreude, sondern ein Gewinn an Verantwortung“, betont Armin S., Mitglied des Kollektivs. „Wir wollen eine Stadt, in der Rücksichtnahme und Mitgefühl mehr zählen als Traditionen, die nachweislich schaden.“

Laut dem Umweltbundesamt verursachen Feuerwerke in Deutschland rund 2.050 Tonnen Feinstaub pro Jahr – einer der höchsten Werte am Neujahrstag. Besonders PM₂,₅- und PM₁₀-Partikel verschlechtern die Luftqualität deutlich und belasten Atemwege, Herz und Kreislauf.

„Die Straßen sind am Neujahrsmorgen oft voller Abfall, und die Luftqualität verschlechtert sich dramatisch — ein Zustand, der gesundheitlich belastend und einfach unnötig ist“, so Armin S.

Forderung nach generellem Böllerverbot

Zwar hat die Stadt Regensburg bereits Böller-Verbotszonen eingeführt, doch das reicht dem Kollektiv nicht aus. Fussabdrücke fordert ein generelles Verbot privater Feuerwerkskörper, wie es auch Polizeigewerkschaften und Ärzt:innenverbände unterstützen. Statt Raketen und Knallern wünschen sich die Aktivist:innen gemeinschaftliche, umweltfreundliche Feierformen, die weder Mensch noch Tier gefährden.

PM Kollektiv Fussabdrücke / TK

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