Mi., 12.10.2016 , 15:10 Uhr

Regensburg: Missbrauchsopfer sollen entschädigt werden

Die Opfer des Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen sollen bis Ende 2017 finanziell entschädigt werden. Je nach Schwere der Übergriffe sollen die Betroffenen zwischen 5000 und 20 000 Euro erhalten, kündigte Bischof Rudolf Voderholzer am Mittwoch in Regensburg an. Ein Gremium aus drei Personen werde über die Höhe der Zahlungen entscheiden.

Nach derzeitigem Stand wurden an der Schule und dem Internat des berühmten Chores zwischen 1953 und 1992 mehr als 230 Kinder von Lehrern und Priestern misshandelt, mindestens 60 Kinder wurden Opfer sexueller Gewalt. Fachleute gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

 

Pressekonferenz in Regensburg

Video: Unser Beitrag zur Pressekonferenz, auf der Maßnahmen für die Entschädigung der Opfer vorgestellt wurden.

 

 

Facebook-Live-Video: Bischof Voderholzer und Vertreter der Opfer haben sich zu den Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen geäußert.

 

 

Missbrauchsfälle bei den Domspatzen

Videos: Bereits im Laufe des Jahres haben wir über die Fälle in Regensburg berichtet. Im Januar war bekannt geworden, dass es mehr Fälle als zunächst vermutet waren.

 

Die Entschädigungsregelung ist das Ergebnis intensiver Beratungen zwischen Vertretern der Kirche und der Betroffenen, darunter auch Alexander Probst. Der 56-Jährige zeigte sich zufrieden. «Wir traten an mit einem Forderungskatalog, der bewusst sehr hoch angesetzt war - nach heutigem Stand wissen wir, dieser Forderungskatalog ist erfüllt.» Dies sei ein Ergebnis, «von dem wir jahrelang geträumt haben».

 

dpa/MF

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