Die Ernennung ist mittels Kooperationsvertrag zwischen Stadt und Freistaat besiegelt worden. Die Entscheidung unterstreiche, dass Spitzenkunst nicht nur in München möglich sei – und dass der Freistaat in schwierigen Zeiten zur Kultur stehe, sagte Söder und fügte scherzend an, dass der Finanzminister eigentlich «der natürliche Feind» des Kunstministers sei.
Gerade während der Corona-Pandemie habe er erlebt, was es bedeute, wenn Kunst und Kultur fehlten, sagte Söder. Kreativität inspiriere – und mache manchen auch Angst. Deshalb soll in Autokratien neben der Presse auch die Kunstfreiheit eingeschränkt werden, während eine Demokratie dazu stehe. «Wer an Kultur spart, der spart an Demokratie, und das wollen wir in Bayern nicht.»
Finanziell bedeutet die Ernennung zum Staatstheater Fördergelder des Freistaates. Das Haus bleibt weiterhin Kommunalunternehmen in der Trägerschaft der Stadt Regensburg, wird aber auf absehbare Zeit von Stadt und Freistaat zu gleichen Teilen gefördert.
Aktuell werde das Theater bereits mit mehr als 12 Millionen Euro pro Jahr vom Freistaat mitfinanziert, was im Geschäftsjahr 2024/2025 42 Prozent entspreche, erläuterte Kunstminister Markus Blume (CSU). Ziel sei es, möglichst bald die Parität zu erreichen, also dass Stadt und Freistaat sich mit jeweils 50 Prozent beteiligen, so der Minister. Und Markus Söder versicherte: Das eigene Profil des Theaters soll nicht verloren gehen.
Zum Profil des von Intendant Sebastian Ritschel geführten Hauses gehört ein innovativer, von modernen Stücken geprägter Spielplan. Erst im Februar wurde das Theater mit dem «Oper! Award» in der Kategorie «Bestes Opernhaus des Jahres 2025» ausgezeichnet.
In der Jury-Entscheidung hatte es geheißen: «Mehr Neues als Bekanntes, umarmende Offenheit statt programmatischer Vorsicht und der unerschütterliche Glaube an die Existenzberechtigung des Musiktheaters in allen seinen Formen, Farben und Ausprägungen: Die Risikobereitschaft des Theaters Regensburg unter seinem Intendanten Sebastian Ritschel ist groß, seine Trefferquote aber enorm.»
dpa