Fr., 09.05.2025 , 14:50 Uhr

Regensburg: Bayerischer Apothekertag 2025 – Apotheken fordern Soforthilfen von neuer Bundesregierung

Beim Bayerischen Apothekertag 2025 in Regensburg haben Apothekerinnen und Apotheker eindringlich auf den dramatischen Rückgang der Apothekenzahlen hingewiesen und die neue Bundesregierung zu sofortigem Handeln aufgefordert.

Zahl der Apotheken in Bayern stark gesunken

In Bayern hat sich die Zahl der öffentlichen Apotheken seit dem Jahr 2014 deutlich verringert. Damals gab es noch 3.266 Apotheken, aktuell sind es nur noch 2.674 – ein Rückgang um 592 Apotheken in rund zehn Jahren. Damit liegt die Apothekenzahl auf dem niedrigsten Stand seit 1978, obwohl die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um über 2 Millionen Menschen gewachsen ist.

Der Rückgang beschränkt sich nicht nur auf Bayern, sondern betrifft ganz Deutschland. Mittlerweile liegt die Versorgungsdichte hierzulande deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

Bayerischer Apothekerverband fordert schnelle Umsetzung von Koalitionszielen

Dr. Hans-Peter Hubmann, 1. Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes e.V., nutzte die Eröffnung des Bayerischen Apothekertages am 9. Mai in Regensburg, um deutliche Worte zu finden: Die neue Bundesregierung müsse die im Koalitionsvertrag vereinbarte finanzielle Stabilisierung des Apothekenwesens sofort umsetzen.

In den vergangenen 21 Jahren sei die Vergütung für rezeptpflichtige Arzneimittel nur einmal minimal angepasst worden, während Personal- und Betriebskosten stark gestiegen seien. Dies habe zu einer wirtschaftlichen Schieflage geführt. Dr. Hubmann betonte, Apotheken bräuchten endlich stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, um ihrer Aufgabe – der ordnungsgemäßen Versorgung mit Arzneimitteln – gerecht werden zu können.

Apotheken wollen mehr Verantwortung übernehmen

Neben der finanziellen Unterstützung fordern Bayerns Apotheker auch eine Stärkung ihrer heilberuflichen Rolle. Angesichts knapper Ressourcen im Gesundheitswesen könne das Potenzial der Apothekerinnen und Apotheker noch stärker genutzt werden. Als akademischer Heilberuf seien sie bereit, neue Aufgaben zu übernehmen und gemeinsam mit anderen Akteuren im Gesundheitssystem an einer zukunftsfähigen, patientengerechten Versorgung zu arbeiten.

Statement von Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer:

Die Apotheken vor Ort sind eine unverzichtbare Instanz in der Gesundheitsversorgung in Deutschland“, betont Thomas Benkert, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer. „Ihr staatlicher Auftrag ist die ordnungsgemäße, flächendeckende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Diese Kernaufgabe kann und muss künftig auch um weitere Versorgungsleistungen ergänzt werden; der heilberufliche Charakter des Apothekerberufes muss künftig noch mehr gefördert werden. Die Apothekenteams sind hervorragend ausgebildet und verfügen über eine enorme fachliche Expertise in Gesundheitsfragen. Dieses Potential wird momentan noch zu wenig genutzt. Das Impulspapier »In eine gesunde Zukunft mit der Apotheke« der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. setzt genau an dieser Stelle an. Darin verankert sind drei Ziele: Erstens eine noch schnellere Arzneimittelversorgung durch Bürokratieabbau, konkret durch beispielsweise mehr Handlungsfreiheiten für die Vor-Ort-Apotheken insbesondere bei Lieferengpässen. Zweitens das Präventionsangebot in den Vor-Ort-Apotheken durch weitere Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen, wie Screenings ausweiten. Drittens Ausbau des Unterstützungs- und Betreuungsangebotes für Patientinnen und Patienten, um somit eine noch sicherere und effizientere Arzneimitteltherapie zu gewährleisten. All dies setzt aber eine faire, leistungsbezogene Honorierung zur Stärkung und Erhalt des flächendeckenden Netzes der Vor-Ort-Apotheken voraus.

PM Bayerischer Apothekerverband e. V. / LB

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