Mi., 24.04.2019 , 11:02 Uhr

Regensburg: Bahn testet kleinere Lärmschutzwände

Vorbeirauschender Güterverkehr nervt Anwohner in vielen Regionen Deutschlands. Riesige Schutzwände sollen Geräusche abhalten. Irgendwann können sie vielleicht auch eine Nummer kleiner sein. Solche kleineren Lärmschutzwände wird die Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Regensburg und München testen.

Die Deutsche Bahn (DB) testet neue Techniken für den Schutz vor Güterwagenlärm. „Beispielsweise sind das niedrige Lärmschutzwände und sogenannte Mini-Schallschutzwände, die direkt an den Gleisen gebaut werden“, sagte der DB-Lärmschutzbeauftragte, Andreas Gehlhaar. Damit wären die meterhohen grauen Aluschallschutzwände bei Wohnbereichen künftig vielleicht nicht mehr überall nötig. Auch Schienenstegdämpfer sollen getestet werden.

Derzeit werden in einem vom Bund finanzierten und bereits laufenden Projekt rund 30 Techniken zur Lärmminderung erprobt, wie es von der Bahn hieß. Viele der Modelle sollen in diesem Jahr an Streckenabschnitten zwischen München und Regensburg sowie zwischen Berlin und Cottbus errichtet werden. Danach soll es Messungen geben. Das Projekt laufe bis Ende 2020.

Vor Jahren hatte die Bahn schon einmal ähnliche kleine Lärmschutzwände im Mittelrheintal getestet. Die Region gilt in Deutschland als besonders lärmbelastet durch den Bahnverkehr. Lärm durch Verkehr – ob bei Eisenbahn, auf der Straße oder bei Flugzeugen – ist vielerorts für Anwohner ein Reizthema.

Neben den Schutzwänden sollen auch leiser rollende Güterwagen helfen, den Lärm beim Schienenverkehr in Deutschland zu mindern. Seit Jahren rüstet die Deutsche Bahn ihre Flotte um. Insgesamt sind in Deutschland rund 180 000 Güterwagen unterwegs, etwa ein Drittel entfällt auf die Bahntochter DB Cargo. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Betreiber von Güterverkehr.

Die Deutsche Bahn hat einen Großteil der Flotte bereits umgerüstet. «Wir sind aktuell bei rund 53 000 leisen Güterwagen», sagte Gehlhaar. «85 Prozent der Cargo-Flotte der DB ist jetzt schon leise. Wir werden im nächsten Jahr die gesamte Flotte leise haben.»

Hintergrund ist ein Gesetz des Bundes, das es besonders lauten Güterwagen ab Ende 2020 verbietet, auf dem deutschen Schiennetz zu rollen (Schienenlärmschutzgesetz). Vom Hamburger Waggonvermittler VTG teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit, dass die Umrüstung der in Europa betroffenen Wagen bis Ende 2020 erfolgen werde. Die Flotte werde laufend modernisiert und gewartet.

Die Deutsche Bahn konzentriert sich beim rollenden Verkehr auf die Güterwagen. Die Loks haben nach Angaben Gehlhaars dagegen andere Bremssysteme und spielten beim Thema Lärm derzeit nicht die zentrale Rolle. Bei den Güterwagen erziele man einen weitaus größeren Effekt.

Der Bund will mit neuen Messstationen den Lärm an der Schiene überprüfen und damit langfristige Trends abbilden. An stark befahrenen Strecken nehmen bundesweit 19 solcher Stationen den Betrieb auf, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag mitteilte. Sie erfassen demnach den Lärm nach einer einheitlichen Methode. Standorte sind unter anderem Radebeul in Sachsen, Rosenheim in Bayern, Lahnstein in Rheinland-Pfalz, Emmendingen in Baden-Württemberg und Bad Hersfeld in Hessen. Daten der ersten sechs Stationen stellte das Ministerium bereits online. Die anderen Stationen werden demnach noch aufgebaut.

 

Pressemitteilung Deutsche Presseagentur

Das könnte Dich auch interessieren

25.03.2026 IKEA ruft Kerzen wegen Brandgefahr zurück Der Möbelhändler IKEA ruft die SMÖJTRÄD Lüsterkerzen, duftneutral, 25 Zentimeter, zurück. 20.03.2026 Oberpfalz: „Keyless-Go“ im Visier von Autodieben – Polizei gibt Tipps zum Schutz „Keyless-Go“-Diebstahl in der Oberpfalz Die Zahl der Diebstähle von Autos mit „Keyless-Go“-Technologie schwankt laut Polizei zwar von Jahr zu Jahr, liegt in der Oberpfalz aber seit längerer Zeit auf einem vergleichbaren Niveau. Aus Sicht der Polizei gibt es deshalb keinen Anlass zur Sorge wegen ungewöhnlich hoher Fallzahlen. In diesem Jahr wurden allerdings bereits mehrere Fälle 18.03.2026 Weniger Verletzte und Tote bei Verkehrsunfällen in Bayern im Januar 2026 Nach vorläufigen Angaben der Polizei wurden im Januar 31.072 Unfälle registriert. Das sind 6,8 Prozent mehr als im Januar 2025. Gleichzeitig sank jedoch die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, deutlich.Weniger Unfälle mit Personenschaden In 2.514 Fällen kamen Personen zu Schaden. Das entspricht einem Rückgang um 12,4 Prozent im Vergleich zum 03.03.2026 Regensburg: Tag der Archive 2026 am 6. und 7. März Unter dem bundesweiten Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffnen staatliche, kommunale, kirchliche und private Archive ihre Türen und gewähren Einblicke in ihre Arbeit und Bestände. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Angebot mit Führungen, Präsentationen und Vorträgen. Führungen am 6. März: Spitalarchiv, Universitätsarchiv und Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Am Freitag, 6. März 2026,