Di., 10.02.2026 , 09:30 Uhr

Nach besseren Zahlen

Regensburg: ams Osram baut Stellen ab

Rund 2.000 Stellen will ams Osram weltweit einsparen - auch Regensburg ist betroffen.

Der deutsch-österreichische Lichtkonzern ams Osram will weltweit Jobs abbauen. Mehrere hundert fallen an Standorten in Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000 Stellen, je etwa 1.000 in Europa und Asien – ein Teil der Maßnahmen ist allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte ams Osram am Morgen Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt.

Jobs in Regensburg betroffen

Schwerpunkt des Jobabbaus in Europa ist Deutschland. Hier fällt im Halbleitergeschäft in Regensburg eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg, wie ams-Osram-Chef Aldo Kamper sagte. Betroffen sind laut IG Metall bis zu 500 Stellen in den Bereichen Entwicklung und Produktion in Regensburg.
Es gehe vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern angeboten würden. Deren Produktion wird aus Kostengründen nach Asien verlagert. Dadurch entstehe in Regensburg aber Platz für hochautomatisierte Fertigungen. 

Massiv Kritik von IG Metall

Die wirtschaftliche Krise bei ams OSRAM ist nach Einschätzung von IG Metall und Betriebsrat vor allem hausgemacht: Hohe Schulden, schwache Nachfrage in der Autoindustrie und eine operative Überforderung durch viele gleichzeitige Projekte belasten das Unternehmen. Hinzu kommen effizientere Wettbewerber und der stark gestiegene Goldpreis als zusätzlicher Kostentreiber.

IG Metall und Betriebsrat kritisieren die geplanten Einschnitte bei Entwicklung und Produktion scharf – zentrale Bereiche des Werks in Regensburg. Der bestehende Tarifvertrag schützt zwar vor Kündigungen bis Ende 2027, doch die Gewerkschaft fordert vom Management endlich eine klare Zukunftsstrategie statt weiterer Sparmaßnahmen.

 

Lampengeschäft schrumpft

Weitere Jobs werden im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht es vor allem um die Standorte Herbrechtingen in Baden-Württemberg und Schwabmünchen bei Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit bekannt, ams Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch viele Jahre weitergehen werde.

Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten wegfallen. Derzeit hat ams Osram weltweit gut 19.000 Mitarbeiter, 7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

 

Aufwärtstrend bei den Zahlen

Finanziell verbessert sich die Situation von ams Osram, wie die ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht – das ist ein Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.

 

dpa/IG Metall Regensburg/JM

Das könnte Dich auch interessieren

03.06.2026 A3 bei Regensburg: Zwei Autos zerstört – Lastwagen fährt weiter Auf der A3 bei Regensburg-Burgweinting kam es am Dienstagvormittag zu einem Unfall mit drei Fahrzeugen. Ein 65-Jähriger wollte einen Lastwagen überholen und übersah dabei ein Auto, das hinter ihn auf der Überholspur fuhr. Beim Zusammenstoß wich der hintere Autofahrer aus und prallte gegen die Betonschutzwand. Das Auto des 65-Jährigen wurde außerdem gegen den Lastwagen-Auflieger geschoben, den 03.06.2026 Oberpfalz: Schwerpunktmonat gegen Raser – mehr Sicherheit auf außerörtlichen Strecken Im Mittelpunkt der Kontrollen steht vor allem die Unfallursache Geschwindigkeit. Im Rahmen einer landesweiten Aktion will das Polizeipräsidium Oberpfalz so ein klares Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr setzen. Unfallzahlen deutlich gestiegen Landstraßen bleiben in der Oberpfalz ein besonderer Unfallschwerpunkt. Die Zahl der Verkehrsunfälle außerorts stieg im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent – von 13.661 02.06.2026 Regensburg: Messer, Pfefferspray und Schreckschusswaffe – Bilanz nach Großkontrolle am Hauptbahnhof Von Freitag (29. Mai) bis Sonntag (31. Mai) hat die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen einen Schwerpunkteinsatz am Hauptbahnhof Regensburg durchgeführt. Ziel war es, das Sicherheitsgefühl der Reisenden nachhaltig zu stärken. 02.06.2026 Hemau: Seniorin verliert fünfstelligen Betrag durch „Russische Callcenter“-Masche Eine 85-jährige Frau aus Hemau wurde Opfer einer perfiden Betrugsmasche. Die Täter meldeten sich telefonisch in russischer Sprache und brachten die Seniorin dazu, einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag an einen unbekannten Geldabholer zu übergeben. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.