Mi., 08.05.2024 , 18:55 Uhr

Regensburg: Aktionstag für mehr Gleichstellung

Die offene Behindertenarbeit (OBA) fordert bei Familienfest mehr Gleichstellung.

Inklusion muss in den Köpfen stattfinden

Buntes Familienfest der Offenen Behindertenarbeit (OBA) plädiert für mehr Gleichstellung

 

„Uns geht es darum, das Thema Teilhabe für alle Menschen wieder in den Vordergrund zu stellen“, fasste Konrad Kett, Leiter der Offenen  Behindertenarbeit (OBA) der Caritas Regensburg, die Intention des bunten Familienfestes der Kooperationsgemeinschaft OBA-Regensburg im Jugendzentrum Arena zusammen. Kett sprach damit für seine mitveranstaltenden Kolleginnen und Kollegen von der Lebenshilfe, Phönix e.V. und KBN Regensburg.

 

Im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Nachmittages mit Musik, Mitmachspielen und Informationsinseln stand der „Kaffeeklatsch“, eine Diskussionsrunde mit Stadt- und Bezirksrätin Wiebke Richter, Rollstuhlfahrer Matthias Krieger und Martin Tischler, Behindertenbeauftragter des Landkreises Regensburg, zur UN Behindertenrechtskonvention. Diese war vor 15 Jahren als Handlungsempfehlung verabschiedet und nun wieder auf den Prüfstand gestellt worden. „Die Untersuchung zeigt, dass Deutschland immer noch nicht genug tut, um seinen Verpflichtungen nachzukommen“, schreibt dazu „Aktion Mensch e.V.“, die den „Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ in Regensburg gefördert hat.

 

„Die Politik wird nichts ändern, wenn es von der Gesellschaft nicht gefordert wird“, sagte Matthias Krieger beim „Kaffeeklatsch“. Dabei sollten nicht immer die Schwächen gesehen werden, sondern die Frage gestellt werden, was ein Mensch mit Behinderung könne. „Inkludiert ist nicht etwas, was man werden kann, sondern Inklusion sollte man auch als Behinderter selbst betreiben“, so Krieger mit einer klaren Perspektive für Menschen mit Einschränkungen, sich aktiv in den Prozess der Integration einzubringen.

 

In jedem Falle müsse vermieden werden, durch Parallelstrukturen für behinderte Menschen eine Art Zweiklassengesellschaft zu schaffen, forderte Stadt- und Bezirksrätin Wiebke Richter. Grund dafür, dass das Thema Inklusion in Deutschland noch nicht auf dem gleichen Stand wie in anderen Ländern ist, sei die Tatsache, dass die UN-Behindertenrechtskonvention lediglich eine Handlungsempfehlung, aber kein Gesetz sei. „Inklusion muss in den Köpfen stattfinden“, so Richter. „Teilhabe ist auch eine Frage der politischen Teilhabe. Es müssen mehr Menschen mit Behinderung in die Parlamente.“

 

„Wir müssen alle Häuser barrierefrei bauen“, erläuterte Martin Tischler, Behindertenbeauftragter des Landkreises. Während darauf bei staatlich finanzierten Bauten Rücksicht genommen werde, gäbe es im Privaten keine Vorgaben, und das, obwohl beispielsweise der Einbau breiterer Türen nur mit geringen Mehrkosten verbunden sei. Im Nachbarland Österreich beispielsweise werde barrierefreies Bauen im Privatbereich gefördert. „An Behinderung wird erst gedacht, wenn es einen betrifft“, monierte Konrad Kett von der OBA der Caritas. „Von der Barrierefreiheit profitieren auch Mütter mit Kindern und ältere Menschen“, plädierte eine mitdiskutierende Zuschauerin. Das Recht auf Teilhabe wurde im weiteren Verlauf nicht nur am Bauwesen diskutiert, sondern auch am Beispiel Mobilität im täglichen Leben, insbesondere bei der Erreichbarkeit von kulturellen Veranstaltungen am Abend und am Wochenende, wenn die Fahrdienste nicht zur Verfügung stünden.

 

Leichte Wetterkapriolen taten dem Erfolg des bunten Familienfestes keinen Abbruch. Zwei Live-Acts von „Flowin K Rollin & Sick Snse“ und der integrativen Band „PowerPack“ sorgten für entsprechende Stimmung. Die verschiedenen OBA-Dienste präsentierten sich und ihre Leistungsspektren und luden zu Mitmachangeboten ein. „Wir haben gefeiert, sind uns begegnet und haben ein schönes Miteinander gefeiert“, schilderte Konrad Kett seine Eindrücke.

 

 

Caritas Diözesanverbandes / H.C. Wagner’s Bureau

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