Mo., 17.10.2022 , 20:50 Uhr

Regensburg: 30 Jahre stationäre Universitätsmedizin für Ostbayern

Seit 30 Jahren werden Patienten am Universitätsklinikum Regensburg stationär versorgt. Zum Jubiläum wurde heute das neue Gebäude "B5" an das UKR übergeben.

1992 begann am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) die stationäre Patientenversorgung. Zum 30-jährigen Jubiläum wird diese nun mit der Übergabe eines neuen Klinikgebäudes weiter ausgebaut. Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder hob beim heutigen Festakt die unverzichtbare Bedeutung des UKR für die medizinische Versorgung in Ostbayern hervor.

 

„Spitzenmedizin im ganzen Land: Wir sorgen für exzellente Gesundheitsversorgung und bauen die Krankenhausstrukturen aus. Die Menschlichkeit steht dabei immer im Mittelpunkt. Medizin verlängert Leben und ermöglicht ein Leben in Würde. Im Erweiterungsbau des Uniklinikums Regensburg werden schwerkranke Menschen begleitet und unterstützt. Danke für diesen wichtigen Dienst am Menschen.“ – Dr. Markus Söder

 

Mit diesen Worten eröffnete der Bayerische Ministerpräsident seine Rede zum Festakt, mit dem am heutigen 17. Oktober 2022 das Jubiläum zu 30 Jahren stationärer Patientenversorgung am UKR begangen wurde.

 

Der für die Universitätsmedizin zuständige Bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume betonte:

„30 Jahre Universitätsklinikum Regensburg: Das sind 30 Jahre wohnortnahe Spitzenmedizin – für jeden zu jeder Zeit! Das Uniklinikum Regensburg genießt durch Glanzleistungen in Forschung, Ausbildung und Gesundheitsversorgung national wie international einen hervorragenden Ruf. Wir sind stolz auf das UKR – DIE Anlaufstelle für Spitzenmedizin in Ostbayern!“

 

Um das UKR zukunftsfähig zu halten, übergab zudem Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, nach vier Jahren Bauzeit den neuen Bauteil „B5“ an das Universitätsklinikum Regensburg. Mit diesem wird die stationäre Patientenversorgung am UKR weiter ausgebaut.

 

„Das Universitätsklinikum Regensburg begeht heute sein 30-jähriges Jubiläum. Bei einem Menschen würde man davon sprechen, dass mit 30 der Grundstein für das weitere Leben gelegt sein sollte. Das UKR ist darüber aber schon weit hinaus. Insbesondere auf den Gebieten der Transplantations- und Intensivmedizin sowie bei onkologischen und kardiovaskulären Erkrankungen sind wir national und international für unsere Expertise bekannt und gefragt“, beschreibt Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR, in seinen Grußworten die Leistungskraft des Hauses.

 

Mehr als nur ein Krankenhaus

Nach 30 Jahren Entwicklungsarbeit ist das UKR heute der einzige Supramaximalversorger in Ostbayern mit einem Einzugsgebiet von mehr als zwei Millionen Menschen. Von Beginn an hat sich das Universitätsklinikum Regensburg als Ort der Hochleistungsmedizin und -forschung positioniert. So brachte das UKR einige Innovationen hervor, die sich in der medizinischen Landschaft national wie international etablierten.

Die Regensburger Experten haben beispielsweise die erste tragbare Herz-Lungen-Maschine entwickelt, ein Meilenstein im Intensivtransport und der heutigen Intensivmedizin. Des Weiteren wurde am UKR 2012 der erste Hybrid-Operationssaal für Ostbayern etabliert. Dieser High-Tech-OP entspricht einem Herzoperationssaal mit integriertem Herzkatheterlabor. Auch in der Transplantationsmedizin hat sich das UKR einen Namen gemacht. So wurde hier beispielsweise 2008 das Lebertransplantationsprogramm für Kinder und Jugendliche etabliert. International sind die Regensburger vor allem auch in der Stammzelltransplantation anerkannt.

Mediziner des UKR sind in diesem Bereich in verschiedenen, von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderten Sonderforschungsbereichen aktiv. 2008 wurde innerhalb des José-Carreras-Centrums für Somatische Zelltherapie ein in der akademischen Welt bisher einzigartiger Zellsorter zur Entwicklung und Herstellung moderner Zellmedikamente am UKR etabliert. Erst dieses Jahr hat der Wissenschaftsrat beschlossen, das „Center for Immunomedicine in Transplantation and Oncology“ (CITO) am UKR zu bauen. Dieser Forschungsbau wird künftig in unmittelbarer Nähe zum Leibniz-Institut für Immuntherapie stehen, einer Ausgründung des Regensburger Centrums für Interventionelle Immunologie, mit dem sich Universität und Universitätsklinikum im Bereich Immunmedizin als Teil der deutschen Spitzenforschung etabliert haben.

Weltweit für Beachtung hat in den letzten Jahren auch die Teilnahme des UKR an der klinischen Erprobung des CRISPR/Cas-Verfahrens, der sogenannten Genschere, zur Behandlung von genetisch bedingten Blut-Erkrankungen gesorgt.

Der Präsident der Universität Regensburg, Professor Dr. Udo Hebel, würdigte diese Leistungen in seinem Grußwort zum heutigen Festakt:

„Das UKR ist Brücke zwischen internationaler und innovativer Wissenschaft und qualitativ hoher sowie empathischer Patientenversorgung. Diese Aufgabe erfüllt das Klinikum seit nunmehr 30 Jahren höchst eindrucksvoll. Die Universität hätte ohne die Fakultät für Medizin und ihr Universitätsklinikum sicherlich nicht die gleiche Entwicklung genommen.“


Universitätsmedizin für Ostbayern – nicht selbstverständlich

Dass das UKR sich in dieser Form entwickeln und heute überhaupt auf 30 Jahre stationäre Universitätsmedizin zurückblicken kann, war allerdings lange nicht selbstverständlich.

Am 18. Juni 1962 verabschiedete der Bayerische Landtag das wegweisende Gesetz, am Standort Regensburg sowohl eine Universität als auch ein Universitätsklinikum mit vollem Fächerspektrum zu errichten. Doch bis 1992 der erste stationäre Patient versorgt werden konnte, war es ein langer Weg. Zunächst konnten sich Stadt und Bayerische Staatsregierung nicht auf eine Bebauungsfläche einigen, dann kamen Bedenken des Wissenschaftsrates, Finanzierungsprobleme und schließlich 1993 der komplette Rückzug des Bundes aus der Finanzierung hinzu, was die weitere Entwicklung des Klinikums wiederholt in Frage stellte.

Das mit ursprünglich 1.600 Betten geplante Klinikum wurde immer weiter reduziert. Heute hat das UKR 839 Betten und 52 tagesklinische Behandlungsplätze, kann allerdings nicht das komplette Fächerspektrum unter einem Dach vereinen. Um das Studium der Humanmedizin am Standort Regensburg dennoch anbieten und damit ihre akademischen Aufgaben in der Lehre, aber auch in der Forschung wahrnehmen zu können, schlossen Universität und Fakultät für Medizin Kooperationsvereinbarungen mit Krankenhäusern der Region und etablierten dort externe Lehrstühle.

„Diese Vernetzung wirkt sich auch positiv auf die Patientenversorgung aus. Um dem Dreiklang aus Forschung, Lehre und Krankenversorgung aber gerecht zu werden und zu bleiben, entwickelt sich das UKR stetig weiter. Dafür müssen auch die baulichen Gegebenheiten stimmen“, kommentiert Professor Kölbl und nimmt dabei auf die bauliche Erweiterung des UKR Bezug.

 

Erweiterung des UKR sichert Krankenversorgung

Im Beisein von Regensburgs Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein, Landrätin Tanja Schweiger, Vertretern des Staatlichen Bauamts Regensburg und vielen weiteren geladenen Gästen übergab Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, nach vier Jahren Bauzeit das neue Gebäude „B5“ heute an das Universitätsklinikum Regensburg:

„Es ist mir eine große Ehre, dass wir mit ‚B5‘ die stationäre Patientenversorgung am UKR zum heute gefeierten Jubiläum weiter modernisieren und zugleich ausbauen können. Der Freistaat hat hierfür mehr als 40 Millionen Euro investiert und damit die große Leistungsstärke der Regensburger Universitätsmedizin honoriert. Durch den Ausbau der Infrastruktur am UKR wird sichergestellt, dass die Patientenversorgung auch weiterhin auf medizinisch höchstem Level erfolgen kann. Das neue Gebäude trägt entscheidend zu einer exzellenten Krankenversorgung und zur Stärkung der klinischen Forschung und der Lehre bei. Dies wollen wir auch weiter verfolgen.“

 

Weitere Modernisierung geplant

Das Klinikgebäude „B5“ schließt am südöstlichen Ende des UKR an und ist der erste Teil einer umfassenden Masterplanung zur Generalsanierung des UKR.
Es schafft zusätzliche Versorgungsflächen nach neuesten technischen Standards. So werden hier ab Jahresbeginn 2023 eine Stammzelltransplantationsstation, eine onkologische Allgemeinstation und eine interdisziplinäre Intermediate-Care-Station ihren Platz finden. Damit ist nicht nur eine Modernisierung und Erweiterung der genannten Bereiche verbunden, es können in der Folge auch andere Bereiche des Klinikums bei uneingeschränktem Betrieb saniert werden.

„Der Neubau stellt einen ersten wichtigen Schritt für die Modernisierung unseres Klinikums und zugleich für die Erweiterung unserer stationären Kapazitäten dar. Dies sichert nachhaltig unsere Aufgabe als Maximalversorger für ganz Ostbayern und optimiert die Bedingungen für das enge Zusammenwirken von universitätsmedizinischer Patientenversorgung, Forschung und Ausbildung angehender Ärzte und Zahnärzte“, so Professor Kölbl.

 

Neben der Funktionalität konnten sich die anwesenden Gäste des Festakts bei einem Rundgang durch das Gebäude auch von den architektonischen Aspekten überzeugen. Mit einem verglasten Verbindungsbau schließt „B5“ mit seinen vier Geschossen an den Klinikbestand an.

Durch integrierte Kunstobjekte und die rote Fassade ist das Bauwerk nicht nur optisch ansprechend, es bietet Mitarbeitern, Patienten und Besuchern auch durchdachte und gut proportionierte Räume, zwei Innenhöfe und eine Außenterrasse. Der Planung für den Neubau ging im Jahr 2015 ein Architekturwettbewerb voran, den das Büro Kreuger und Wilkings Architekten aus Stuttgart für sich entscheiden konnte. Die Ausführung des Entwurfs oblag seit Juli 2017 dem Stuttgarter Architekturbüro Tiemann-Petri Koch.

 

UKR / MB

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