Viele Menschen in Bayern könnten am Montag vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie Schnupfenspray, Hustensaft oder andere Medikamente benötigen. Zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker beteiligen sich an einem bundesweiten Protesttag und schließen ihre Geschäfte.
Am Mittag treffen sich viele Apothekerinnen und Apotheker zu einer Kundgebung in München. Hintergrund ist die Forderung nach einer Anpassung des Honorars für rezeptpflichtige Arzneimittel.
Der Bayerische Apothekerverband hatte im Vorfeld darum gebeten, Rezepte möglichst bereits in der vergangenen Woche einzulösen, um Engpässe zu vermeiden.
Für akute Fälle ist jedoch gesorgt: Notdienstapotheken bleiben erreichbar und übernehmen die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten.
Wer eine diensthabende Apotheke sucht, findet entsprechende Adressen online unter www.aponet.de/apotheke/notdienstsuche. Telefonische Auskunft gibt es unter der kostenlosen Nummer 0800 00 22833 aus dem Festnetz oder unter 22833 per Handy.
Die Protestaktion ist Teil eines bundesweiten Aktionstags mit weiteren Kundgebungen in Berlin, Hannover und Düsseldorf.
Der bayerische Verbandsvorsitzende Hans-Peter Hubmann kritisiert, dass das gesetzlich festgelegte Fixum für rezeptpflichtige Arzneimittel seit Jahren nicht angepasst worden sei. Die Apotheken könnten diese Entwicklung nicht dauerhaft auffangen.
„Bayern hat in den vergangenen zehn Jahren über 500 Apotheken verloren. Wenn die Anpassung nicht kommt, folgen weitere mit Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit“, betonte Hubmann.
Nach Angaben des Verbands steht damit die Versorgungssicherheit in Bayern zunehmend unter Druck.
dpa / MF