Fr., 17.11.2023 , 08:06 Uhr

Protest in Bayern: Viele Apotheken am Mittwoch geschlossen

Am Mittwoch bleiben in Bayern viele Apotheken geschlossen. Die Apothekerinnen und Apotheker beklagen eine zu geringe Vergütung. Sorgen bereitet ihnen aber nicht nur ihre finanzielle Situation.

Die meisten Apotheken in Bayern sollen kommenden Mittwoch aus Protest geschlossen bleiben. «Wir brauchen endlich einen Inflationsausgleich für unser Honorar», sagte der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands, Hans-Peter Hubmann, der Deutschen Presse-Agentur in München. Der gesetzlich festgelegte Zuschlag pro verschreibungspflichtigem Arzneimittel sei seit mehr als zehn Jahren nicht mehr erhöht worden. Zusätzlich bereiteten die Lieferengpässe bei vielen Medikamenten den Apothekern Sorgen.

Nach Angaben des Verbands gibt es in Bayern aktuell 2820 öffentliche Apotheken – rund 500 weniger als vor zehn Jahren. «Wir erleben einen sehr deutlichen Apothekenschwund», sagte Hubmann. Davon seien nicht nur ländliche Regionen betroffen. «Die Stadt hat genauso ein Problem.» Zwar seien die Entfernungen auf dem Land größer, für ältere Menschen sei der Wegfall von Apotheken an den Stadträndern aber auch schon problematisch.

Die neue bayerische Gesundheitsministerin, Judith Gerlach (CSU), zeigte sich aufgrund der Zahlen des Apothekerverbands besorgt und warnte vor weiteren Schließungen. «Damit wäre die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln durch öffentliche Apotheken gefährdet», teilte die Ministerin auf Anfrage mit.

Um das zu verhindern, muss laut Verbandschef Hubmann die Vergütung angepasst werden. Schon jetzt gerieten viele Apotheken in eine finanzielle Schieflage. Zehn Prozent schreiben demnach rote Zahlen. Die Mitarbeiter, die man dringend brauche, könnten die Apotheken nicht angemessen vergüten, sagte Hubmann. Andere Gesundheitsberufe seien deshalb deutlich besser bezahlt als die zum Apothekerteam gehörenden pharmazeutisch-technischen Assistenten oder pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten.

Zu schaffen macht den Apotheken laut Hubmann auch die Versorgung mit Medikamenten. Viele verschriebene Arzneimittel seien oft nicht lieferbar und müssten aufwendig ersetzt werden. Beispielsweise indem die Apothekerinnen und Apotheker den verschriebenen Antibiotikasaft aus Tabletten selbst herstellten. Das koste Zeit, die nicht angemessen vergütet werde, beklagte Hubmann. «Ich kann nicht immer mehr arbeiten für das gleiche oder gar inflationsbereinigt weniger Geld.»

Mit Bezug auf die Forderung nach einer höheren Vergütung verwies Gesundheitsministerin Gerlach auf die Bundesregierung. Die Festzuschläge müssten erhöht werden. Ein entsprechender Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz liege vor, nun sei die Bundesregierung am Zug.

 

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

24.10.2025 Steuerschätzung: Bayern darf auf höhere Einnahmen hoffen Die wirtschaftliche Flaute der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen. Schon lange sprudeln auch in Bayern die Steuern nicht mehr so gut. Die neuste Schätzung bietet Anlass zur Hoffnung. 30.04.2026 Bayern: Zahl der Arbeitslosen geht im April nur leicht zurück Normalerweise sorgt das Frühjahr für eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt, doch diesmal blieb die erhoffte Belebung weitgehend aus. Arbeitslosenzahl sinkt nur minimal Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum März um 6.556 Personen auf insgesamt 322.747. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 29.04.2026 Ostbayern: Rund eine Million Euro aus dem Kulturfonds Bayern für 29 Projekte Mit rund fünf Millionen Euro fördert der Freistaat Bayern im Jahr 2026 insgesamt 133 Kunst- und Kulturprojekte im ganzen Land. 29 Projekte in Ostbayern erhalten dabei zusammen rund eine Million Euro aus dem Kulturfonds Bayern. Kunstminister Markus Blume gab die Förderentscheidungen jetzt in München bekannt. Er betonte: „Kulturfonds Bayern – seit 1996 die Adresse für 27.04.2026 Bayern: 278.000 Menschen mehr – doch nicht überall wächst der Freistaat Das Bayerische Landesamt für Statistik hat zwei neue Bevölkerungsvorausberechnungen veröffentlicht. Die aktualisierte regionalisierte Vorausberechnung reicht bis zum Jahr 2044 und umfasst den Freistaat, die Regierungsbezirke, Landkreise sowie kreisfreien Städte. Zusätzlich liegt mit dem Demographie-Spiegel eine Berechnung bis 2038/2044 für alle 2.056 Gemeinden in Bayern vor. Erstmals wurden dabei auch Daten aus dem Zensus 2022 berücksichtigt.