Fr., 24.01.2025 , 16:07 Uhr

Politik: Freistaaten-Trio will mit gemeinsamer Stimme Stärke zeigen

Die Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen wollen enger zusammenarbeiten, um mehr Probleme zu lösen. Markus Söder spricht angesichts kulinarischer Gemeinsamkeiten von einer «Bratwurst-Connection».

Die Ministerpräsidenten Markus Söder, Michael Kretschmer und Mario Voigt haben in Kronach eine Vereinbarung unterzeichnet, die eine engere Zusammenarbeit der drei Freistaaten in der Bundespolitik vorsieht. Dabei stehen Themen wie die Stärkung des ländlichen Raums, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und Änderungen beim Länderfinanzausgleich im Fokus.

Gemeinsame Ziele der drei Freistaaten

Das Freistaaten-Trio hat sich vorgenommen, ländliche Regionen gegenüber Ballungszentren zu stärken und Schlüsselindustrien zu fördern. Besonders betont wurde der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Richtung Osten. CSU-Chef Markus Söder hob hervor, dass Prag den drei Ländern geografisch näher sei als Paris.

Neuer Fokus beim Länderfinanzausgleich

Ein zentrales Anliegen ist die Reform des Länderfinanzausgleichs. Söder forderte, dass Zahlungen künftig nur noch von westdeutschen Ländern an den Osten fließen sollten. „Wer im Westen Geld braucht, hat nicht gut gewirtschaftet“, erklärte er. Mario Voigt betonte, dass die drei Freistaaten mit einer Stimme in Berlin sprechen wollen.

Kampf gegen Populismus

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Kampf gegen Populismus. In Thüringen ist die als rechtsextrem eingestufte AfD stärkste Kraft im Landtag, in Sachsen rangiert sie knapp hinter der CDU, und auch in Bayern erzielte die Partei in einigen Regionen hohe Ergebnisse. Besonders auffällig war der oberfränkische Stimmkreis Kronach/Lichtenfels, wo die AfD bei der letzten Landtagswahl knapp 20 Prozent der Stimmen holte.

Michael Kretschmer forderte ein entschlossenes Vorgehen gegen populistische Strömungen. Wichtige Themen der Bürger müssten direkt aufgegriffen werden, um die Demokratie zu stärken. „Wir müssen durchgreifen!“, erklärte der sächsische Ministerpräsident.

Forderungen für Infrastruktur und Bürokratieabbau

Die Freistaaten verlangen auch eine elektrifizierte Schienenverbindung nach Breslau und Prag, unabhängig vom Bundesverkehrswegeplan. „Deutschland macht sich auf internationaler Bühne lächerlich“, kritisierte Kretschmer. Zudem fordern die drei Länder weniger Bürokratie und niedrigere Steuern.

Gemeinsam erwirtschaften Bayern, Sachsen und Thüringen fast ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts und stellen rund ein Drittel aller Industriearbeitsplätze – eine starke Basis, um in der Bundespolitik mehr Einfluss zu gewinnen.

dpa / MF

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