Do., 19.07.2018 , 07:58 Uhr

Pilzsammler: Saison bislang enttäuschend

Wegen des überwiegend trockenen Sommers sind die Pilzfreunde in diesem Jahr noch nicht auf ihre Kosten gekommen. «Momentan sieht es recht mau aus», sagte Andreas Höcht, Pilzberater der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft in Nürnberg. Vor zwei Wochen, als das Wetter regnerischer war, hat Höcht noch eine Handvoll Pilze bei seinen Ausflügen rund um Nürnberg sammeln können: Champignons, Pfifferlinge und Eichensteinpilze. «Aber selbst da war die Ausbeute sehr dürftig», sagt Höcht.

Als geprüften Pilzberater suchen Höcht viele Sammler auf, um sicherzugehen, dass ihre Funde auch wirklich für den Verzehr geeignet sind. «Aktuell ist da aber noch absolute Ebbe.» Erst dreimal kamen in dieser Saison Pilzsammler zu ihm. Das sei kein Vergleich zum vorigen Jahr, als es ständig an seiner Haustüre klingelte und er um Rat gefragt wurde. Auch 2012 war ein sehr erfolgreiches Jahr.

Grundsätzlich müssen zwei Faktoren erfüllt sein, damit Pilze wachsen: Sie brauchen Wärme und Feuchtigkeit. Wenn das Wetter aber überdurchschnittlich warm und trocken ist, wie es bisher in diesem Sommer überwiegend der Fall war, dann wollen die Pilze nicht und der große Erfolg beim Sammeln bleibt dementsprechend aus. Da ist es auch nicht von Belang, ob man in den bayerischen Wäldern, in Hessen oder in Brandenburg, in der Schweiz, in Italien oder sonstwo nach Pilzen sucht: Wenn es nicht regne, dann finde man eben nichts, betont Höcht.

Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden: Die Haupt-Pilzsaison dauert bis Oktober. Deshalb lässt sich nur mutmaßen, ob der Erfolg der gesamten Saison 2018 ebenso bescheiden ausfallen wird wie die momentanen Ernten. «Wenn es erst einmal regnet, dann kommen die Pilze schon noch», versichert Höcht. Schon zwei Tage nach Regenwetter würden sich die ersten frisch gewachsenen Pilze zeigen. Und wenn es dann noch 20 bis 25 Grad warm ist, dann würden sie sogar sprießen.

dpa/MF

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