Di., 26.11.2019 , 13:37 Uhr

Ostbayern: Zum ersten Mal über 600 Weißstorchpaare in Bayern

Entgegen dem ostdeutschen Trend, der 2019 als ein schwieriges Jahr für Weißstörche sieht, ist die Zahl der Weißstorchbrutpaare in Bayern erneut weiter angestiegen. „Mit fast 100 Neuansiedlungen haben 2019 über 630 Storchenpaare im Freistaat gebrütet. Der Bestand hat sich also in 30 Jahren verzehnfacht“, sagt Oda Wieding, die Weißstorchexpertin im LBV.

Dabei wachsen nicht nur die bereits bestehenden Storchen-Kolonien weiter, sondern es bilden sich auch neue. „Ansiedlungswillige Paare lassen sich gerne in der Nähe bestehender Nester nieder wie zum Beispiel in Oettingen im Landkreis DonauRies“, erklärt die LBV-Biologin. Beim bayerischen Storchennachwuchs verzeichnet der LBV für dieses Jahr eine nur leicht unterdurchschnittliche Bilanz. Grund sind die Unwetterfronten im Mai. Sie haben den Bruterfolg in Bayern 2019 jedoch weniger beeinflusst, als noch im späten Frühjahr befürchtet. Die Weißstorchpopulation im Freistaat steigt seit Jahren an. Ein Grund dafür: „Der Großteil der bayerischen Störche zieht über die ungefährlichere westeuropäische Route in den Süden und überwintert oft schon in Spanien, anstatt bis nach Afrika zu fliegen“, erklärt Wieding. Weißstörche, die über die östliche Route, also über den Bosporus, ziehen, leben gefährlicher, da auf dieser Route Weißstörche häufiger durch Jagd bedroht sind. Ostdeutsche Bundesländer verzeichnen deshalb seit Jahren eher schlechte Bestandsentwicklungen. Auf welchem Weg sechs bayerische Weißstörche aktuell in den Süden geflogen sind kann jeder live im Internet mitverfolgen. Sowohl Jungstörche aus diesem als auch aus den letzten Jahren sind mit Satellitensendern ausgestattet worden. Ihre Reiseroute zeigt die LBV-Webseite unter www.lbv.de/senderstoerche.

Beim Nachwuchs gab es bei den Jungstörchen einige Verluste durch zwei Regenfronten im Mai. Vor allem Südbayern hat das schlechte Wetter getroffen. Doch insgesamt haben sich die Verluste weit weniger schlimm ausgewirkt als befürchtet. „Rund um den Ammersee kam es durch das schlechte Wetter zwar zu einem über 50 prozentigen Brutausfall, in Mittelfranken war der Bruterfolg dafür umso besser mit durchschnittlich über zwei ausgeflogenen Jungen pro Nest“, sagt die LBV-Storchenexpertin. „Hier zeigt sich, dass von einem guten Mäusejahr auch Weißstörche profitieren.“

Die fast 100 Neuansiedlungen verteilen sich ungleichmäßig über Bayern. Während sich in Ostbayern, zum Beispiel im Landkreis Regensburg, einzelne Paare ansiedeln wie in Ramspau und erste Mehrfachansiedlungen entstehen wie beispielsweise in Regenstauf, kommt es in Westbayern zu wachsenden Kolonien oder es entstehen neue: „In Aurach im Landkreis Ansbach ist die beginnende Storchenkolonie von drei auf sieben Brutpaare angewachsen“, sagt Oda Wieding. „Die größte bayerische Kolonie findet sich mit über 30 Storchenpaaren weiterhin in Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch. Hier kamen dieses Jahr sieben neue Paare hinzu.“

Aus der Pressemitteilung des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern

 

MWi

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